Rechte Politik: Melonis Wahlsieg in Italien: Der europäische Trend ist weiblich, mächtig – und rechts
Von links:Beata Szydło , Marine Le Pen, Pia Kjærsgaard (oben), Alice Weidel, Pia Kjærsgaard, Katalin Novák (unten).
(Gestaltung: Tagesspiegel / Fotos: Imago (6), getty images)
Foto: HandelsblattBerlin. Giorgia Meloni gibt sich als politischer Popstar. Ihre Auftritte im Wahlkampf begleitete sie mit dem wie ein Rap vorgetragenen Bekenntnis: „Ich bin Giorgia! Ich bin eine Frau! Ich bin eine Mutter! Ich bin Italienerin! Ich bin Christin! Das werdet ihr mir nicht nehmen! Das werdet ihr mir nicht nehmen!“ Die quasi-lyrische Werbeformel zurrt das Programm zusammen, mit dem Meloni nach dem Wahlsieg am Sonntag nun eine ultrarechte Regierung anführen wird.
Ihre Partei, die „Fratelli d’Italia“ (Brüder Italiens), stört es offenbar überhaupt nicht, dass eine Schwester an der Spitze der Brüder steht. Denn die Schwester ist sich mit den Brüdern einig, die Mutter mit den Vätern.
In der Partei gilt das Nationalkonservative, bei Versammlungen scheuen sich Mitglieder nicht, den verbotenen „Römischen Gruß“ der Faschisten zu zeigen, Homosexualität und Abtreibung sind verpönt, Immigration soll reduziert werden, eine Seeblockade soll Flüchtlinge aus Afrika abschrecken.
Meloni gesellt sich nun als Neuzugang zu den weiblichen Rechtsextremen, die in Europas nationalistischen Parteien und Strömungen an Einfluss gewinnen. Dass auch Frauen – gegen ihre Interessen – rechtsradikale Parteien wählen, ist ebenso bekannt wie die Tatsache, dass auch Leute in prekärer Lohnarbeit Parteien wählen, die eher ihren Ausbeutern nutzen.