Report aus Taiwan: Wie sich der Inselstaat für Chinas möglichen Angriff wappnet
Übungen für den Ernstfall.
Foto: Reuters (3)Taipeh, Seoul. Um 15.28 Uhr ertönt mitten im Zentrum von Taiwans Hauptstadt Taipeh ein lauter Knall. Vor der Stadthalle steigt eine Rauchsäule auf. Sofort eilen Helfer herbei und löschen das Feuer, wenige Sekunden später treffen Feuerwehrwagen mit heulenden Sirenen ein. Um 15.32 Uhr die nächste Explosion. Nur zehn Meter entfernt liegt ein umgestürzter Bus, die Passagiere im Inneren klopfen gegen die Scheibe, rufen um Hilfe.
Rund eine halbe Stunde geht das so: immer neue Explosionen, Rettungskräfte, die den Opfern zu Hilfe eilen – um 16 Uhr ist der ganze Spuk vorbei.
Taipeh übt an diesem Donnerstag im Mai bei 35 Grad im Schatten den Ernstfall: ein militärischer Angriff der chinesischen Armee auf die Insel. Das Einzige, was bei der Übung echt ist, sind die Feuerwehrleute, Mitarbeiter des Katastrophenschutzes sowie die Sanitäter – die Opfer hingegen sind Statisten, die umgefallenen Busse, zerstörten Brücken und brennenden Häuser Attrappen. Nicht nur in Taipeh werden solche Übungen regelmäßig abgehalten, sondern auch in anderen Teilen des Landes.