Steve Witkoff: Das ist der Freund und Sonderbotschafter von Trump
Washington. Erst vor einigen Tagen besuchte Donald Trumps Sonderbotschafter Steve Witkoff Moskau. Das Ziel seiner Mission: Den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beenden.
Es ist nicht die erste ambitionierte Aufgabe, die Witkoff, der am heutigen Samstag seinen 68. Geburtstag feiert, in der US-Außenpolitik übernimmt. Auch im Nahen Osten hat der bisher als Immobilienunternehmer tätige Gesandte schon für das Weiße Haus vermittelt.
Der Immobilienentwickler und Investor Witkoff ist seit vielen Jahren ein Freund und Golfpartner Trumps. Erstmals trafen sich die beiden in den 1980er Jahren, damals noch geschäftlich, wie Witkoff in Trumps Betrugsverfahren 2023 aussagte.
Ein paar Jahre später sei er Trump in einem Feinkostladen begegnet. Trump habe kein Geld dabeigehabt und ihn, Witkoff, gebeten, ihm ein Käse-Sandwich zu bestellen, berichtete der Immobilienunternehmer. Als sie einander Jahre später wieder begegnet seien, habe sich Trump an das Sandwich erinnert. Ab diesem Zeitpunkt begann laut Witkoff ihre Freundschaft.
Nicht nur als Businesspartner war Witkoff seither ein Weggefährte Trumps, er hat auch viel Zeit mit ihm beim Golfspielen verbracht. Unter anderem war er mit Trump auf dem Golfplatz in Palm Beach, Florida, als es im September zum zweiten versuchten Anschlag auf den damaligen Präsidentschaftskandidaten kam.
Witkoff half inoffiziell im Wahlkampf
Tatsächlich war Witkoff für Trump mehr als ein Geschäftspartner und Golfkumpan. Er spendete Millionen für die politische Agenda des Republikaners. Er war auch Partner des Kryptowährungsunternehmen World Liberty Financial der Familie Trump.
Witkoff gehörte zu einer Reihe von Trump handverlesenen Rednern beim Parteitag der Republikaner im Juli – zusammen mit seinem Sohn Zach Witkoff, der in der Immobilienfirma der Familie arbeitet. Der ältere Witkoff brachte den Großteil seiner Rede damit zu, zu beschreiben, wie Trump ihm und seiner Familie nach dem Tod seines Sohnes Andrew an einer Opioid-Überdosis 2011 zur Seite gestanden habe.
Im Februar sagte Witkoff, der Tod Andrews habe ihm geholfen, zu verstehen, wie wichtig es sei, auch die toten Geiseln zurück nach Israel zu holen, die sich noch in der Gewalt der Hamas befinden, damit ihre Familien und Freunde angemessen trauern können.
Witkoff sprach im Oktober auch bei einer Kundgebung Trumps im Madison Square Garden in New York. In seiner Rede ging es darum, wie sich New York seit seiner Kindheit verändert habe und wie Trump das reparieren könne.
Annäherung an Moskau
Witkoff stellte Trump im Wahlkampf gelegentlich seinen Privatjet zur Verfügung. Und er half ihm, Frieden mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis zu schließen, mit dem sich Trump wegen dessen Präsidentschaftskandidatur überworfen hatte.
Nach seinem Wahlsieg machte Trump Witkoff zu einem der zwei Ko-Vorsitzenden seines Amtseinführungskomitees. Und dann gab er ihm einen weit größeren Job: Er ernannte ihn zu seinem Sondergesandten für den Nahen Osten.
Auch bei der Annäherung Washingtons an Moskau mischt Witkoff mittlerweile entscheidend mit, ohne dass er auf seinem Posten vom Senat bestätigt werden musste. Es wurde erwartet, dass er bei seinem aktuellen Besuch in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin trifft, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person, die anonym bleiben wollte, berichtete.
Während der Gespräche soll Witkoff einen guten Draht zum russischen Unterhändler Kirill Dmitrijew gehabt haben. An der Freilassung Fogels sprach Witkoff später - diplomatisch geschickt - dem saudischen Kronprinzen Mohammed großen Anteil zu, einem Verbündeten von Trump.
Witkoff verhalf Trump zu Nahost-Erfolg
Wenige Wochen nach seinem Sieg über die Demokratin Kamala Harris im November und noch vor seiner Amtseinführung hatte Trump Witkoff bereits in den Nahen Osten geschickt, um mit dem Team des damaligen US-Präsidenten Joe Biden ein Abkommen zwischen Israel und der Hamas über eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln zu erreichen.
Trump lobte Witkoff, der zwischen Israel und Katar hin und her reiste, für seine Hilfe bei der Besiegelung des Abkommens. Während der Waffenruhe kamen 33 Geiseln frei - im Austausch gegen fast 2.000 palästinensische Häftlinge. Witkoff zeigte sich erkenntlich, indem er das Lob an Trump zurückwies: Ohne dessen Wahlsieg wäre es niemals dazu gekommen, sagte er.
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Israel treibt nun voran, was Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als „Witkoff-Vorschlag“ bezeichnet hat. Dieser sieht vor, dass die Hamas die Hälfte der verbliebenen Geiseln freilässt. Im Gegenzug wird die Waffenruhe verlängert und versprochen, über einen dauerhaften Waffenstillstand zu verhandeln. Eine mögliche Freilassung weiterer palästinensischer Häftlinge – ein Kernelement der ersten Waffenruhephase – blieb darin unerwähnt.