Taiwan: Warum eine simple Schifffahrt China gegen Deutschland aufbringt
Taipeh. Die Meerenge, die Taiwan vom asiatischen Kontinent trennt, war nie ein ungefährlicher Ort. „Der schwarze Graben“ wurde die Taiwanstraße vor gut drei Jahrhunderten genannt. Trügerische Strömungen und heftige Winde machten die Gewässer für Segelschiffe gefährlich.
Viele Chinesen aus armen Küstenprovinzen, die ein neues Leben auf der fruchtbaren Insel beginnen wollten, ertranken bei der Überfahrt. Zwar verboten Chinas Kaiser lange das Auswandern, doch die Menschen machten sich trotzdem auf den Weg. Sie – und nicht die erst 1949 nach der Niederlage im Bürgerkrieg geflohenen Nationalchinesen – sind die Vorfahren der meisten heutigen Taiwaner.
Auch Hunderte Jahre später ist die Taiwanstraße immer noch ein Hindernis, das chinesische Invasoren überwinden müssten. Bei der Masse benötigter Truppen gilt eine amphibische Landung auf Taiwan als ausgesprochen riskant. Als Puffer ermöglicht es das Meer den Taiwanern, seit 1949 einen von Peking getrennten Weg zu gehen. Seit 30 Jahren ist dieser demokratisch.
Erste Durchfahrt deutscher Kriegsschiffe seit 2002
Nun sind die deutsche Fregatte „Baden-Württemberg“ und der Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ auf Kurs, die für den Welthandel bedeutende Meerenge zu durchfahren. Es wäre die erste Durchfahrt deutscher Kriegsschiffe seit 2002. Eine kritische Reaktion der chinesischen Regierung gibt es bereits.