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SyrienkriegRussland und Türkei richten demilitarisierte Zone um Idlib ein

Türkische Soldaten und russische Militärpolizisten sollen die Zone ab Oktober gemeinsam kontrollieren. Oppositionskämpfer müssen diese verlassen. 17.09.2018 - 20:22 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Erdogan war bemüht, eine Offensive in der Rebellenhochburg zu verhindern. Am Montag sprach er mit den türkischen Präsidenten in Sotschi.

Foto: AFP

Sotschi . Russland und die Türkei wollen rund um die syrische Rebellenzone Idlib bis zum 15. Oktober eine demilitarisierte Zone einrichten. Das teilte der russische Präsident Wladimir Putin nach Gesprächen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan am Montag in Sotschi mit. Alle Kämpfer der Opposition müssten diese 15 bis 20 Kilometer breite Zone verlassen. Ihre Waffen sollten abgezogen werden. Türkische Soldaten und russische Militärpolizei sollten die Zone gemeinsam kontrollieren, sagte Putin.

Schon bis zum 10. Oktober sollten schwere Waffen der Regierungsgegner aus dieser Zone abgezogen werden, sagte Putin vor der Presse. In der entmilitarisierten Zone würden türkische Soldaten und russische Militärpolizei gemeinsam patrouillieren.

„Ich glaube, dass mit dieser Einigung eine große humanitäre Krise abgewendet worden ist“, sagte Erdogan. Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad könnten in der Region bleiben. Die Türkei werde aber sicherstellen, dass keine radikalen Gruppen mehr dort aktiv seien. „Russland wird dafür sorgen, dass diese kampffreie Zone in Idlib nicht angegriffen wird“, sagte er. Eine Offensive gegen Idlib sei damit vom Tisch, bestätigte auch der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Das Gebiet im Nordwesten Syriens ist die letzte große Hochburg in Hand der Assad-Gegner. Zu den Zehntausenden Bewaffneten finden sich Terroristen, die dem Islamischen Staates oder Al Kaida verbunden sind, sowie Kämpfer der gemäßigten Opposition. Gleichzeitig sind dort etwa drei Millionen Zivilisten eingekesselt, die Hälfte von ihnen Binnenflüchtlinge. Die Türkei fürchtet bei einem großen syrisch-russischen Angriff ein Blutbad und einen neuen Zustrom an Flüchtlingen.

Erdogan hatte schon bei einem Dreiergipfel mit dem Iran am 7. September eine Waffenruhe vorgeschlagen. Er war aber von Putin abgebügelt worden. Der Kremlchef sprach in Sotschi von einer „angespannten, aber sehr konstruktiven und ertragreichen Arbeit“ mit Erdogan und dessen Delegation. Für Russland sei wichtig, dass der Luftwaffenstützpunkt Hamaimim und die Stadt Aleppo durch die Zone außer Reichweite von Drohnenangriffen der Opposition kämen, sagte Putin.

Insgesamt wollten Russland und die Türkei weiter gegen Terror in Syrien kämpfen. Russland werde die syrische Führung über die Einigung informieren, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Einen Zeitplan dafür gebe es aber noch nicht. Im Syrien-Krieg kämpfen Russland und der Iran aufseiten von Assad. Die Türkei gilt als Schutzmacht der Opposition.

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dpa
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