Ukraine-Krieg: Die Sorge vor einer massiven russischer Offensive wächst
Die Truppen des überfallenen Landes können ihre Stellungen im Osten nur mühsam verteidigen.
Foto: dpaBerlin, Riga. Das Loch im Apartment gibt den Blick auf die Straße frei, kurz zuvor stand dort noch eine Außenwand. Der Raketenangriff auf die südukrainische Stadt Cherson aus Russland kostete am Sonntag mindestens drei Menschen das Leben, wie Präsident Wolodimir Selenski erklärte. In Charkiw wurde eine weitere Person bei einem Raketeneinschlag getötet.
Meldungen wie diese könnten sich in Kürze häufen, die Sorge vor einer massiven Offensive des russischen Militärs in der Ukraine wächst. Wadim Skibizkij vom ukrainischen Geheimdienst SBU ist überzeugt: Parallel zu einzelnen Versuchen, an einigen Frontabschnitten durchzubrechen, bereite Russland derzeit eine Frühlingsoffensive vor.
„Die kommenden Wochen werden entscheidende“, sagt auch der Kiewer Militärexperte Oleh Schdanow in diesem Kontext. Die Russen begännen gerade mit einer neuerlichen Offensive im Donbass.
Westliche Sicherheitsexperten teilen die Einschätzung. So sagte Claudia Major, Forschungsgruppenleiterin Sicherheitspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), dem ZDF, dass Russland derzeit anscheinend eine Offensive im Bereich Luhansk vorbereite.
Beobachtungen aus Russland stützten diese These: Russlands Rüstungsindustrie produziert rund um die Uhr in drei Schichten, vor allem die modernsten russischen Kampfpanzer T-90M „Proryw“ („Durchbruch“) werden in der Panzerfabrik Uralwagonsawod in der Ural-Stadt Nischni Tagil gefertigt und sind nach Angaben des russischen Rüstungskonzerns Rostec und der russischen Armee bereits an Einheiten in Luhansk und an andere Frontabschnitte geliefert worden.