Ukraine-Krieg: Iran liefert laut Blinken ballistische Raketen an Russland
„Wir haben den Iran im Privaten gewarnt, dass dieser Schritt eine dramatische Eskalation darstellen würde“, sagte Blinken in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem britischen Kollegen David Lammy in London.
Als Reaktion kündigte Blinken neue US-Sanktionen gegen die Islamische Republik an. Er erwarte, dass Verbündete und Partner ihre eigenen Maßnahmen ergreifen, so Blinken. Kiew hatte nach entsprechenden Medienberichten über die Lieferung der Raketen bereits den iranischen Gesandten einbestellt.
Blinken: Zusammenarbeit zwischen Iran und Russland bedroht Sicherheit in Europa
Die Raketen aus dem Iran würden Russland ermöglichen, das eigene Arsenal für weiter von der Front entfernte Ziele einzusetzen, sagte der US-Politiker. Die iranischen Raketen mit einer Reichweite von etwa 120 Kilometern könnten dann für nähere Ziele eingesetzt werden.
„Diese Entwicklung und die wachsende Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran bedroht die Sicherheit Europas und zeigt, wie der destabilisierende Einfluss Irans weit über den Nahen Osten hinausreicht“, sagte Blinken. Russland gebe dafür Technologie weiter, die der Iran haben wolle.
Die Regierungen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien folgten Blinkens Aufforderung am Dienstag. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sie ebenfalls von einer Eskalation und einer Warnung an den Iran. Entsprechend werde man jetzt Sanktionen gegen den Iran verhängen, etwa bilaterale Luftverkehrsabkommen außer Kraft setzen. Auch Iran Air sei dabei im Visier. Zudem werde es Sanktionen gegen an dem Vorgang beteiligte Personen und Institutionen geben.
Irans Außenamtssprecher Nasser Kanaani hatte entsprechende Berichte bereits zurückgewiesen. Es sei bedauerlich, dass „einige Parteien, die selbst Teil des Krieges“ sind, „mit politischen Zielen Anschuldigungen gegen die Islamische Republik Iran erheben“, sagte er. Der Iran hatte in der Vergangenheit bereits sogenannte Kamikaze-Drohnen an Russland geliefert. Auch dies bestreitet Teheran.
Blinken war zu Beginn der Woche in die britische Hauptstadt gereist, um über eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit London zu beraten. Der britische Premierminister Keir Starmer wird Ende der Woche zu einem Besuch in der US-Hauptstadt Washington erwartet.