Ukraine-Krieg: Russland attackiert gezielt die Energieversorgung
Kiew. Der Winter gilt als historischer Verbündeter der russischen Armee: In den beiden Vaterländischen Kriegen gegen Napoleon und Nazideutschland scheiterten die Angreifer aus dem Westen nicht zuletzt an den Widrigkeiten des harschen Klimas im Osten. Das Bild von „General Winter“, der Russland in der Not zu Hilfe eilt, hat sich im Volksmund festgesetzt.
Aber auch dort, wo sie selbst als Invasoren auftreten, setzen die Russen auf die Unterstützung des Winters. Seit dem Überfall im Februar 2022 greift Russland jedes Jahr gezielt die Energieversorgung und zunehmend auch das Heizungssystem der Ukraine an, um die Bevölkerung mit Dunkelheit und Kälte zu zermürben. Angesichts der gegenwärtigen Eiseskälte in der Ukraine intensiviert Moskau seine Angriffe. In weiten Teilen der Ukraine herrschen zurzeit zweistellige Minustemperaturen.
In der Nacht auf Dienstag führten die russischen Streitkräfte erneut einen massiven Luftangriff durch. Laut der ukrainischen Armee steuerten fast 300 Drohnen, 18 Raketen und sieben Marschflugkörper Ziele in der Ukraine an. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Bevölkerung unter Berufung auf Geheimdienstinformationen am Montagabend vor einem bevorstehenden russischen Großangriff gewarnt.