US-Sicherheitsexperte: „Der Rückhalt des Westens für die Ukraine wird abnehmen“
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski reicht bei seinem Besuch in der Region Donezk einer Soldatin die Hand.
Foto: dpaWashington. Die ukrainische Gegenoffensive zeigt erste Anzeichen von Erfolg. Doch die Nato dämpft die Erwartungen an einen Durchbruch bei der Rückeroberung der von Russland besetzten Gebiete. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass diese Offensive blutig und schwierig sein wird“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einem Besuch in Washington am Dienstag. Die Zukunft der westlichen Unterstützung für die Ukraine dürfte auch auf dem Nato-Gipfel Anfang Juli im Mittelpunkt stehen.
Je länger der Krieg anhält, desto lauter werden Rufe nach einer diplomatischen Lösung – zumindest in den USA, dem größten Geldgeber der Militärhilfen. Charles Kupchan, früherer Europadirektor im Nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses unter dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, ist sich sicher: Spätestens Ende des Jahres werde der Westen seine Strategie ändern und einen Waffenstillstand stärker einfordern müssen.
„Jeder will der Gegenoffensive eine Chance geben. Aber in den kommenden Monaten wird mehr und mehr die Haltung in den Vordergrund rücken: Das ist kein Krieg, der Jahre andauern sollte. Wir müssen einen Weg finden, das Töten zu beenden“, sagt Kupchan, der heute Sicherheitsexperte bei der Denkfabrik Council on Foreign Relations ist.