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US-Vorwahlen Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Super-Tuesday

Am heutigen Dienstag halten die Demokraten in 14 Bundestaaten Vorwahlen ab. Der Super-Tuesday könnte zur Vorentscheidung für den Trump-Herausforderer werden.
03.03.2020 - 05:13 Uhr 2 Kommentare

Amy Klobuchar verzichtet vor wichtigem „Super Tuesday“ auf Kandidatur

Washington Es kommt Bewegung in den Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten in den USA. Kurz vor den Abstimmungen am „Super Tuesday“, an dem 14 Bundesstaaten Vorwahlen abhalten, verzichten gleich zwei Bewerber aus dem moderaten Lager der Partei auf ihre Kandidatur – und kündigen an, Joe Biden, den ehemaligen Vizepräsidenten von Barack Obama, zu unterstützen: Pete Buttigieg und Amy Klobuchar.

„Wir brauchen eine Politik, in der es um Anstand geht“, sagte Buttigieg am Montagabend (Ortszeit) bei einem Auftritt mit Biden in Dallas (Texas). „Das ist es, was Joe Biden sein ganzes Leben lang praktiziert hat.“ Auch Klobuchar, Senatorin aus Minnesota, die am Montag ihren Verzicht erklärte, will nun für Biden kämpfen.

Dass beide Bewerber kurz vor dem „Super Tuesday“ diese Ankündigung machen, ist kein Zufall – und dürfte durchaus ein abgestimmtes Vorgehen sein. Die Kandidaten der Mitte wollen ihre Kräfte bündeln, um Bernie Sanders, der sich selbst als demokratischen Sozialist bezeichnet, zu bremsen.

Kann das noch gelingen? Sanders liegt in den landesweiten Umfragen deutlich vorne. Gelingt dem Senator aus Vermont auch ein großer Erfolg am „Super Tuesday“, ist er kaum noch zu bremsen.

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    Die wichtigsten Fragen und Antworten zum „Super Dienstag“, der darüber entscheiden könnte, wer am Ende US-Präsident Donald Trump herausfordern wird:

    Warum ist der „Super Tuesday“ so wichtig?
    Der „Super Tuesday“ ist deshalb so wichtig, weil gleichzeitig in 14 amerikanischen Bundesstaaten Vorwahlen stattfinden – darunter in so großen und bevölkerungsreichen Bundesstaaten wie Kalifornien und Texas. An nur einem Tag vergeben die Demokraten mehr als ein Drittel der Delegiertenstimmen für ihren Nominierungsparteitag in Milwaukee Mitte Juli. Zusammen mit den vier bereits erfolgten Vorwahlen in Iowa, New Hampshire, Nevada und South Carolina sind es sogar rund 40 Prozent. Neben den beiden großen Staaten wird unter anderem in Alabama, Colorado, Massachusetts, Minnesota, North Carolina und Virginia abgestimmt. Das heißt, es könnten am Dienstag Vorentscheidungen fallen.

    Ist ein gutes Abschneiden beim „Super Tuesday“ schon ein Indiz für einen Gesamtsieg?
    Nicht unbedingt, aber ein gutes Abschneiden ist elementar, um weiter Spendengelder einsammeln zu können. Die Erfahrung lehrt jedenfalls, dass herausragende Sieger dieses „Super Tuesday“ sehr gute Chancen auf die Nominierung durch seine Partei hat. Bill Clinton etwa hatte im Jahr 1992 einige Vorwahlen verloren, gewann jedoch den „Super Tuesday“ und sicherte sich am Ende die Nominierung. Das gleiche gilt für den Demokraten Al Gore, und die Republikaner George W. Bush und Bob Dole.

    Wer sind 2020 die Favoriten?
    Bislang liegt Bernie Sanders, der Bewerber des linken Lagers, bei den Delegiertenstimmen vorne. Der „demokratische Sozialist“ versammelt nach den ersten vier Vorwahlen 60 Delegierte hinter sich. Doch Joe Biden, der zu den moderaten Bewerbern zählt, hat nach seinem spektakulären Sieg in South Carolina aufgeholt. Der ehemalige Vizepräsident von Barack Obama kommt jetzt auf 53 Delegierte. Spannend ist die Frage, wie der dritte aussichtsreiche Kandidat der Demokraten abschneiden wird: Michael Bloomberg. Der New Yorker Milliardär hat auf die ersten Vorwahlen verzichtet und steigt direkt zum „Super Tuesday“ ein. Nach den Umfragen liegt Sanders in den beiden großen Staaten Kalifornien und Texas mit 33, beziehungsweise 30 Prozent vorne. Dahinter liegt Biden mit 18, beziehungsweise 24 Prozent. Sanders gab sich am Montag zuversichtlich, beide Staaten für sich zu entscheiden. Sein Argument: Dort hatten viele Demokraten schon per Briefwahl gewählt, bevor Bidens Kampagne durch das Resultat von South Carolina eine neue Dynamik entfalten konnte. Nachdem der Milliardär Tom Steyer sowie Buttigieg und Klobuchar ihren Rückzug angekündigt haben, wird sich die Kandidatur zwischen diesen drei Bewerbern entscheiden. Elizabeth Warren, die wie Sanders zum linken Flügel der Partei gehört, werden kaum noch Chancen eingerechnet.

    Wie stark wird Bloomberg sein?
    Die große Frage des Abends wird sein, wie Michael Bloomberg abschneiden wird. Der Milliardär aus New York hat insgesamt knapp eine halbe Milliarde Dollar in TV- und Internetspots investiert und konnte damit tatsächlich in den Umfragen auf den dritten Platz aufsteigen. Landesweit liegt er jetzt bei 15 Prozent. Sanders kommt auf fast doppelt so viel und auch Biden liegt dank seines Erfolges in South Carolina inzwischen immerhin bei 20 Prozent. Ein Selbstläufer wird der „Super Tuesday“ für Blomberg nicht sein: Sowohl vom moderaten als auch vom linken Lager wird er heftig dafür kritisiert, sich in die Wahlen einzukaufen. Außerdem hatte Bloomberg zuletzt bei den TV-Debatten eher unglückliche Auftritte. Selbst seine Berater mussten einsehen, dass der 78-Jährige kein Polit-Profi ist. Denn der Besitzer des gleichnamigen Finanzdienstleisters ist es schlichtweg nicht gewohnt, für seine Positionen Rechenschaft ablegen zu müssen. Das könnte für ihn noch zum Verhängnis werden.

    Hält der positive Sanders Trend an?
    Auch Sanders wurde von seinen Mitwettbewerbern zuletzt scharf attackiert. Sie fürchten, dass der Senator aus Vermont mit seinem extrem linken Programm die politische Mitte des Landes abstößt und so am Ende möglicherweise indirekt die Rolle eines Wahlhelfers für Donald Trump spielen könnte. Manche sehen sogar die demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus gefährdet, sollte Sanders sich durchsetzen. Fakt ist: Der Senator aus Vermont profitiert von einer geradezu eingeschworenen Fangemeinde unter jüngeren Wählern. Und sowohl in Nevada als auch in South Carolina hat er gezeigt, dass er auch Minderheiten wie Afroamerikaner oder Latinos überzeugen kann.

    Schafft Biden eine nachhaltige Wende?
    Es gab nicht wenige, die Biden nach seinem enttäuschenden Abschneiden in Iowa, New Hampshire und Nevada bereits aufgegeben hatten. Doch dann kam der fulminante Sieg in South Carolina, wo er die Hälfte aller Stimmen erhielt. Tatsächlich war der Sieg dort eine notwendige Voraussetzung dafür, dass er überhaupt noch Chancen im Rennen um die Kandidatur der Demokraten hat – aber noch längst keine hinreichende. Diese Wahl hat gezeigt, dass der 77-Jährige unter der afroamerikanischen Minderheit nach wie vor sehr beliebt ist. Biden gewann fast zwei Drittel ihrer Stimmen. Grundlage für eine Wende ist also gelegt. Doch Biden muss zwingend bei seiner Form bleiben. Das gilt auch für seine Wahlkampfauftritte, die am Anfang schwach waren. Seine große Chance besteht jetzt darin, dass sowohl Klobuchar als auch Buttigieg angekündigt haben, sich für Biden einzusetzen.

    Wie geht es weiter?
    Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass sich nach dem Wahltag einerseits Sanders, als Vertreter des linken Flügels, und andererseits Biden sowie Bloomberg, die die politische Mitte repräsentieren, für die kommenden Vorwahlen gegenüberstehen. Bis Anfang Juni dauern sie noch. Wichtige Wahltage sind der 10. März, an dem Michigan, Missouri und Washington abstimmen. Eine Woche später folgen Florida, Illinois und Ohio. Und am 28. April sind New York und Pennsylvania an der Reihe. Nach diesen Wahlen sind rund 90 Prozent der Delegiertenstimmen vergeben. Über die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten entscheiden die Delegierten auf dem Wahlparteitag in Milwaukee. Dieser findet vom 13. bis zum 16. Juli statt.

    Wie steht der US-Präsident zum „Super Tuesday“?
    Nach Buttigiegs Ankündigung, sich für Biden einzusetzen, schrieb Donald Trump auf Twitter, die Demokraten würden jetzt eine Kampagne gegen Sanders starten. Das versucht der Präsident, der als Kandidat für die Republikaner gesetzt ist, offenbar zu verhindern. Es ist kein Geheimnis, wie der Lieblingsgegner des Präsidenten für die Wahlen Anfang November heißt: Bernie Sanders.

    Mehr: Sechs Lehren aus der Vorwahl in South Carolina.

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    2 Kommentare zu "US-Vorwahlen: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Super-Tuesday"

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    • Auch in 2016 haben die konservativen Demokraten Bernie Sanders sabotiert und haben dadurch Donald Trump geerntet! Jetzt sind sie offensichtlich dabei die gleiche Dummheit erneut zu begehen. Dass es in der EU keine große Unterstützungsbewegung für Bernie Sanders gibt sagt genug aus über unsere neo-liberale, kapitalistisch-egoistische Gesellschaft und unsere den USA-Milliardären hinterher dackelnden politischen "Eliten"! Denn Bernie Sanders will erreichen, dass alle jungen Menschen in der amerikanischen Gesellschaft die gleichen Start-Chancen erhalten und dass alle Erwachsenen gleichermaßen an der Gesellschaft teilnehmen können, durch einen freien Zugung zum Studium und die Streichung der bereits gemachten Schulden durch Studiengebühren, durch einen vernünftigen Arbeitslohn, durch eine umfassende Krankenversicherung die diesen Namen verdient, durch eine Rente welche ein Leben im Alter in Würde ermöglicht, … Darüber hinaus steht er für die "Werte" welche wir hier in der EU immer so stolz vor uns hertragen: Kampf gegen die Klimaerwärmung und Wechsel zu den erneuerbaren Energien, soziale Gerechtigkeit und allgemeine Gleichberechtigung von Frauen, Minderheiten, Religionsgemeinschaften, usw. Er steht auch für ein Ende der kriegerischen Eroberungsfeldzüge und Regime-Change- Manipulationen der USA weltweit und für ein Ende der Aufrüstungsspirale, usw. usw.

    • Auch in 2016 haben die konservativen Demokraten Bernie Sanders sabotiert und haben dadurch Donald Trump geerntet! Jetzt sind sie offensichtlich dabei die gleiche Dummheit erneut zu begehen. Dass es in der EU keine große Unterstützungsbewegung für Bernie Sanders gibt sagt genug aus über unsere neo-liberale, kapitalistisch-egoistische Gesellschaft und unsere den USA-Milliardären hinterher dackelnden politischen "Eliten"! Denn Bernie Sanders will erreichen, dass alle jungen Menschen in der amerikanischen Gesellschaft die gleichen Start-Chancen erhalten und dass alle Erwachsenen gleichermaßen an der Gesellschaft teilnehmen können, durch einen freien Zugung zum Studium und die Streichung der bereits gemachten Schulden durch Studiengebühren, durch einen vernünftigen Arbeitslohn, durch eine umfassende Krankenversicherung die diesen Namen verdient, durch eine Rente welche ein Leben im Alter in Würde ermöglicht, … Darüber hinaus steht er für die "Werte" welche wir hier in der EU immer so stolz vor uns hertragen: Kampf gegen die Klimaerwärmung und Wechsel zu den erneuerbaren Energien, soziale Gerechtigkeit und allgemeine Gleichberechtigung von Frauen, Minderheiten, Religionsgemeinschaften, usw. Er steht auch für ein Ende der kriegerischen Eroberungsfeldzüge und Regime-Change- Manipulationen der USA weltweit und für ein Ende der Aufrüstungsspirale, usw. usw.

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