US-Wahlkampf: Bidens Rückzug ist für Trump eine Genugtuung – und ein Problem
Washington. Es ist nicht so, als hätte es Donald Trumps Partei nicht geahnt. In den Siegesrausch auf dem Republikaner-Parteitag in Milwaukee vergangene Woche mischte sich bereits die Sorge: Was ist, wenn Joe Biden seine Kandidatur zurückzieht?
„Das wäre für uns gar nicht gut“, sagte eine republikanische Delegierte aus dem Swingstate North Carolina. An ihren Ohren glitzerten strassbesetzte Trump-Ohrringe. „Im Moment läuft alles super, aber die Dinge können sich ändern.“
Der demokratische Gouverneur Roy Cooper aus ihrem Staat wird als möglicher „Running Mate“ von Kamala Harris gehandelt, sollte sie offiziell von den Demokraten zur Spitzenkandidatin nominiert werden. Und momentan sieht es stark danach aus.
Joe Biden hat nach mehr als drei Wochen des Zögerns seine Wiederwahlkampagne beendet. Tatsächlich ist Bidens Rückzug von der Präsidentschaftskandidatur nicht nur für die Demokraten eine Zäsur, sondern auch für die Republikaner. Auf deren Siegesgewissheit – ein greiser Biden sei bei den Wahlen am 5. November leicht zu schlagen – könnte jetzt ein doppelter Absturz folgen: in den Umfragen und bei der innerparteilichen Stimmung.