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US-Wahlkampf Republikaner sprechen sich für demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden aus

Immer mehr US-Republikaner unterstützen den Demokraten Biden. Für den Abschluss der Parteitags kündigt Trumps Wahlkampfteam eine „harte Ansprache“ an.
27.08.2020 - 23:31 Uhr Kommentieren
Der Wahlkampf in den USA nimmt immer mehr an Fahrt auf. Am 3. November entscheiden die Amerikaner zwischen dem republikanischen Amtsinhaber Donald Trump und dem Demokraten Joe Biden. Quelle: AP
US-Wahlen 2020

Der Wahlkampf in den USA nimmt immer mehr an Fahrt auf. Am 3. November entscheiden die Amerikaner zwischen dem republikanischen Amtsinhaber Donald Trump und dem Demokraten Joe Biden.

(Foto: AP)

Washington Kurz vor Donald Trumps Rede beim Parteitag der Republikaner bröckelt Medienberichten zufolge der Rückhalt des Präsidenten im eigenen politischen Lager immer mehr. Mehr als 160 frühere Mitarbeiter des republikanischen Ex-Präsidenten George W. Bush und zweier republikanischer Präsidentschaftskandidaten sprechen sich offen für Trumps demokratischen Herausforderer Joe Biden aus, wie die „New York Times“ und „Politico“ berichteten.

Die Gruppe wollte demnach am Donnerstag und Freitag drei offene Briefe veröffentlichen. Bei den Ex-Präsidentschaftskandidaten handelt es sich um John McCain und Mitt Romney, die Trumps Vorgänger Barack Obama 2008 beziehungsweise 2012 unterlagen.

Erst vor einigen Tagen hatten sich 27 ehemalige republikanische Abgeordnete für Biden ausgesprochen. Etwas mehr als zwei Monate vor der Präsidentenwahl am 3. November liegt der ehemalige Vizepräsident in Umfragen vor Trump.

Kritik muss der Präsident vor allem für seinen Umgang mit der Corona-Pandemie einstecken. Die USA zählen mehr als 179.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Außerdem wurden Millionen Amerikaner arbeitslos.

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    Auf dem viertägigen Parteitag der Republikaner haben prominente Parteifreunde und Familienangehörige unter anderem damit für Trump geworben, dass der ehemalige Geschäftsmann die durch die Pandemie geschwächte US-Wirtschaft wieder in Schwung bringen werde. Umstritten ist das Vorhaben Trumps, seine Rede vor zahlreichen Anhängern im Garten des Weißen Hauses zu halten – wegen der Ansteckungsgefahr und wegen der Nutzung des Amtssitzes für parteipolitische Eigenwerbung.

    Wahlkampfteam kündigt „harte Ansprache“ Trumps an

    Das Wahlkampfteam von Trump hat indes eine „harte Ansprache“ des US-Präsidenten zum Abschluss des Parteitags der Republikaner angekündigt. Der Kommunikationsdirektor des Teams, Tim Murtaugh, sagte am Donnerstag in einer Telefonschalte mit Journalisten, Trump werde in seiner „starken, harten Ansprache“ im Weißen Haus am Abend das „linksradikale Programm“ seines demokratischen Herausforderers Joe Biden angreifen. Biden sei ein „trojanisches Pferd“ der radikalen Linken und ein schwacher Kandidat mit einer politischen Bilanz von „47 Jahren des Scheiterns“.

    Murtaugh trat landesweiten Umfragen entgegen, wonach Trump deutlich hinter Biden liegt. Einige Umfragen im Auftrag von Medien seien so mangelhaft, dass sie nicht veröffentlicht werden sollten, sagte er. Manche der Befragungen enthielten überproportional viele Anhänger der Demokraten, was das Ergebnis zuungunsten Trumps verfälsche.

    Aus eigenen Umfragen wisse das Wahlkampfteam, dass der Präsident in entscheidenden Bundesstaaten besser als 2016 dastehe. „Wir glauben, dass der Präsident wiedergewählt würde, wären die Wahlen heute.“

    Anhänger beider Präsidentschaftskandidaten halten Schilder in Richtung Kamera. Quelle: Reuters
    US-Wahlen 2020

    Anhänger beider Präsidentschaftskandidaten halten Schilder in Richtung Kamera.

    (Foto: Reuters)

    Die Nachrichtenseite Politico veröffentlichte Auszüge aus Trumps Redemanuskript, deren Authentizität Murtaugh bestätigte. „Niemals zuvor haben die Wähler eine deutlichere Wahl zwischen zwei Parteien, zwei Visionen, zwei Philosophien oder zwei Programmen gehabt“, heißt es laut Politico im Manuskript.

    „Wir haben die letzten vier Jahre damit verbracht, den Schaden, den Joe Biden in den letzten 47 Jahren angerichtet hat, wieder rückgängig zu machen.“ Biden saß von 1973 bis 2009 im Senat und war danach Vizepräsident unter Barack Obama.

    Aktivisten wollen Trumps Rede mit lauter Musik stören

    Weiter soll Trump sagen: „Beim Parteitag der Demokraten hat man kaum ein Wort über deren Programm gehört. Aber das liegt nicht daran, dass sie keines haben. Es liegt daran, dass ihr Programm die extremste Zusammenstellung von Vorschlägen ist, die je von einem Kandidaten einer großen Partei vorgelegt wurde.“

    Zum Auftakt des Parteitags hatten die Delegierten Trump am Montag einstimmig als Kandidaten für die Wahl am 3. November nominiert. Mit seiner Rede am Donnerstagabend (Ortszeit) wird er die Nominierung annehmen. Die Demokraten hatten Biden in der vergangenen Woche zu ihrem Kandidaten gekürt.

    Eine Gruppe von Aktivisten will plant, die Rede von Trumps vor dem Weißen Haus mit lauter Musik zu übertönen. Während der Ansprache will die beliebte örtliche Band TOB Go-Go-Musik spielen, eine für Washington typische Variante des Funks.

    Im vergangenen Jahr entwickelte sich der Stil zur Hymne von Aktivisten, die sich gegen die rasch fortschreitende Gentrifizierung der US-Hauptstadt einsetzen. In diesem Sommer wurde die Musik regelmäßig bei Protesten gegen rassistisch motiviertes Unrecht gespielt. Dabei traten häufig Go-Go-Livebands auf der Ladefläche von Lastwagen auf.

    Biden: „Trump gießt Benzin ins Feuer“

    In einem Interview am Donnerstag mit dem Sender MSBNC warf Biden Trump vor, die Gewalt im Land anzufachen, um daraus politischen Nutzen zu ziehen. „Er gießt mehr Benzin ins Feuer“, sagte er. „Er hofft auf mehr Gewalt, nicht auf weniger Gewalt.“

    In der US-Stadt Kenosha im Bundesstaat Wisconsin wurde am Wochenende ein 29-jähriger schwarzer Amerikaner von einem Polizisten sieben Mal in den Rücken geschossen. Bei Protesten infolge des Vorfalls kam es auch zu Gewalt und Sachbeschädigung.

    Beim Parteitag von Trumps Republikanern war das Versprechen von „Recht und Ordnung“ eine zentrale Botschaft – Vize-Präsident Mike Pence sagte am Mittwoch unter anderem: „Sie werden nicht sicher sein in Bidens Amerika.“

    Biden konterte: „Das Problem ist, wir befinden uns gerade in Donald Trumps Amerika.“ Die Republikaner hätten bei dem Parteitag weder über die Coronakrise, noch die Gründe für die Proteste gesprochen.

    Zudem warf Biden den Rednern beim Republikaner-Parteitag vor, gelogen zu haben: „Lügen, Lügen, Lügen. Einer nach dem anderen.“ Zu Trump selbst sagte er: „Ich denke, wir alle wissen, dass dieser Mann eine etwas pathologische Neigung hat, nicht die Wahrheit zu sagen.“

    Kurz davor hatte Nancy Pelosi, die demokratische Mehrheitsführerin im US-Repräsentantenhaus, gesagt, aus ihrer Sicht sollte es angesichts von Trumps Verhalten keine Debatte der Präsidentschaftskandidaten geben. Biden betonte in dem Interview, dass er sich Trump stellen werde: „Ich werde mit ihm debattieren. Ich werde der Fakten-Checker vor Ort sein.“

    Mehr: Der gescheiterte Präsident – Droht Amerika der Abstieg?

    • ap
    • dpa
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