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US-Wahlkampf US-Präsident Trump greift Biden und „wahnsinnige“ Demokraten an

Kurz vor dem Parteitag der Demokraten teilt Donald Trump gegen seinen Herausforderer Joe Biden aus. Dieser würde die US-Wirtschaft ruinieren und das Land in Anarchie stürzen.
21.08.2020 Update: 21.08.2020 - 03:45 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident teilt bei einem Wahlkampf gegen seinen Herausforderer Joe Biden aus. Quelle: AP
Donald Trump

Der US-Präsident teilt bei einem Wahlkampf gegen seinen Herausforderer Joe Biden aus.

(Foto: AP)

Washington US-Präsident Donald Trump hat seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden bei einem Wahlkampfauftritt nahe dessen Geburtsort im Staat Pennsylvania verbal scharf attackiert. Die Demokraten würden bei einem Wahlsieg im November die Wirtschaft ruinieren, die Polizei abschaffen und das Land in Anarchie stürzen, warnte Trump am Donnerstag (Ortszeit) vor Anhängern im Ort Old Forge. Sie seien „komplett wahnsinnig“, behauptete er. Trump wiederholte auch seine Warnung, dass die Demokraten die Steuern drastisch erhöhen würden. „Es geht bei dieser Wahl um das Überleben der Nation“, sagte Trump.

Unter seinem demokratischen Widersacher werde es zudem mehr Chaos in US-Städten geben, in denen es in den vergangenen Monaten bei Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus teils zu Gewalt kam. „Wenn ihr eine Vision von eurem Leben unter einer Präsidentschaft Joe Bidens wollt, stellt euch die glimmenden Ruinen von Minneapolis, die gewalttätige Anarchie von Portland und blutbefleckte Bürgersteige von Chicago vor, die auf jede Stadt und Gemeinde in Amerika zukommen werden“, erklärte Trump.

Der Präsident wiederholte auch seine grundlose Behauptung, dass die Demokraten die Wahl nur mit Hilfe von Wahlbetrug gewinnen könnten. In Bezug auf die Coronavirus-Pandemie behauptete er, diese befinde sich „hoffentlich in den letzten Zügen“. Dafür gab es jedoch keine glaubhaften Hinweise – in den USA wurden zuletzt weiterhin zwischen 40.000 und 50.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Mehr als 170.000 Menschen sind in den USA seit März nach einer Infektion gestorben.

Trump forderte auch eine Lockerung der von Pennsylvanias demokratischem Gouverneur Tom Wolf verhängten Ausgangsbeschränkungen. Die Nebenwirkungen des sogenannten Lockdowns seien „gefährlicher als das Virus“, behauptete er. Wolf werde die Beschränkungen aber erst am Tag nach der US-Präsidentenwahl am 3. November lockern, behauptete er weiter. Biden wolle sogar „permanente Lockdowns“ warnte Trump – obwohl der Demokrat das nie als Maßnahme vorgeschlagen hatte.

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    Trump wiederholte auch seine im Wahlkampf immer wieder vorgebrachte drastische Warnung, dass eine Regierung der Demokraten zu Chaos und Gewalt im Land führen würde. Klare Gründe führte er dafür nicht an. „Wenn Sie sich Ihr Leben unter Präsident Biden vorstellen wollen, denken Sie an die schwelenden Ruinen in Minneapolis, die gewaltsame Anarchie in Portland, die blutgetränkten Gehwege in Chicago und dann stellen Sie sich vor, dass das Chaos auch in ihre Stadt und in jede andere Stadt Amerikas kommt“, sagte Trump.

    Geburtsort von Joe Biden als Wahlkampfkulisse

    Den Ort der Kundgebung mit einigen Hundert Anhängern wählte Trumps Kundgebung ganz bewusst. Der frühere Vizepräsident Biden verweist oft auf seine bescheidenen Anfänge in seiner Geburtsstadt Scranton im Nordosten Pennsylvanias. Dort war sein Vater Joe Senior einst als Verkaufsleiter in einem Autohaus tätig, kündigte jedoch, als er den Eindruck hatte, dass der Geschäftsinhaber auf einer Weihnachtsparty seine Angestellten habe erniedrigen wollen. Als Joe Junior zehn Jahre alt war, zog seine Familie von Scranton in den Staat Delaware, wo der Vater neue Arbeit fand.

    Trump versuchte Bidens Verbindungen zum ländlichen Pennsylvania in seiner Wahlkampfrede herunterzuspielen. „Er wird uns sagen, dass er in Scranton geboren wurde, aber ihr wisst, dass er vor so 70 Jahren wegzog, nicht wahr?“, sagte der Präsident.

    Trumps Besuch spiegelte auch Pennsylvanias Bedeutung als sogenannter Battleground State wider, also jene US-Staaten, in denen das Rennen zwischen Demokraten und Republikanern traditionell besonders eng ist. Vor vier Jahren hatte Trump dort mit einem knappen Vorsprung von 44 000 Stimmen gewonnen. Diesmal liegt er in den Umfragen jedoch wie in vielen anderen entscheidenden US-Staaten hinter Biden, der sich nun Hoffnungen machen kann, Pennsylvania wieder für seine Demokraten zurückzuerobern. Noch von 1992 bis 2016 war dieser Staat fest in demokratischer Hand.

    Bidens persönlicher Bezug zu Scranton und seine auf weiße Arbeiter und schwarze Wähler in Philadelphia und Pittsburgh zielende Botschaft könnten diesmal den Ausschlag geben. Dem versuchte Trumps nun etwas entgegenzusetzen, indem er seinen Widersacher als falsche Alternative für die moderateren und konservativeren Ecken des Staates darstellte. Biden sei eine „Marionette der radikalen Linken“, sagte er, und: „Joe Biden ist kein Freund von Pennsylvania – er ist euer schlimmster Alptraum.“

    Trumps Auftritt erfolgte nur wenige Stunden, ehe Biden am Donnerstag offiziell die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokraten annehmen sollte. Die Rede Bidens gilt als Höhepunkt des viertägigen, wegen der Corona-Pandemie weitgehend virtuell abgehaltenen Parteitags der Demokraten. In den vergangenen Tagen fuhr Trump mit persönlichen Wahlkampfevents in mehreren Staaten ein robustes Gegenprogramm auf. Seinen Besuch in Pennsylvania tat Bidens Kampagne als lahmes Manöver ab. Es handele sich um einen Nebenschauplatz und einen „jämmerlichen Versuch, von der Tatsache abzulenken, dass Trumps Präsidentschaft für nichts anderes als für Krisen, Lügen und Spaltung steht“, sagte Bidens Sprecher Andrew Bates.

    Mehr: Rhetorik-Coach Stefan Wachtel sieht die Redner Trump und Biden im US-Wahlkampf fast gleichauf. Beide Kontrahenten punkten in unterschiedlichen Bereichen.

    • dpa
    • ap
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