USA: Biden verwechselt Merkel mit Kohl
New York. US-Präsident Joe Biden hat in einer Rede die ehemaligen Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Kohl verwechselt. Bei einem Empfang für Unterstützer seiner Kampagne zur Wiederwahl als Präsident erzählte der 81-Jährige in New York am Mittwoch eine Anekdote über den G7-Gipfel 2021. Es war damals das erste Treffen der Staats- und Regierungschefs der Staatengruppe, an dem Biden als Präsident teilnahm.
Dort wurde er von der damaligen Kanzlerin Angela Merkel mit Blick auf den Sturm von Anhängern Donald Trumps auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 gefragt, wie er reagieren würde, wenn Randalierer in das britische Unterhaus einbrächen, um die Wahl eines neuen Premierministers zu verhindern.
Bei seiner Rede verwechselte Biden allerdings Merkel mit Kohl, der bereits 2017 gestorben war: „Und dann wandte sich Helmut Kohl mir zu und fragte: ‚Was würden Sie sagen, Herr Präsident, wenn Sie in der London Times lesen, dass tausend Leute die Türen des britischen Parlaments aufgebrochen und auf dem Weg einige Bobbies getötet hätten, um zu verhindern, dass der Premierminister gewählt wird?‘“
Biden erzählte diese Geschichte bei der zweiten Veranstaltung für Wahlkampfspender in New York und wiederholte den Fehler bei seiner dritten Rede. Am Freitag empfängt der US-Präsident Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Washington.
Bereits am Wochenende hatte Biden von dem G7-Gipfel erzählt und den amtierenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit dessen früheren Amtsvorgänger Francois Mitterand verwechselt. „Mitterand aus Deutschland – ich meine aus Frankreich – schaute mich an und sagte: ‚Wissen Sie, wie lange Sie im Amt sein werden?‘“ Francois Mitterand starb 1996, also 25 Jahre vor dem G7-Gipfel.
Im heraufziehenden Wahlkampf zur US-Präsidentenwahl im November sind das Alter und die Gesundheit Bidens ein viel diskutiertes Thema. Bei einer in dieser Woche veröffentlichten Umfrage des Senders NBC sagten drei Viertel der Befragten, dass sie Bedenken wegen der geistigen und physischen Verfassung des 81-Jährigen hätten.
Biden ist indes nicht der einzige, der bei ausländischen Staatenlenkern schon mal durcheinander kommt. Sein voraussichtlicher Konkurrent im Wahlkampf um das höchste Amt der USA, Ex-Präsident Donald Trump, verwechselte in einer Rede im vergangenen November den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.
Vorigen Monat sprach der 77-jährige Trump versehentlich über seine Mitbewerberin um die Kandidatur der Republikaner, Nikki Haley, obwohl er sich auf Nancy Pelosi von den Demokraten bezog, die das US-Kapitol am 6. Januar 2021 nicht ausreichend geschützt habe. Auf der Plattform X nahm Biden Trump deshalb aufs Korn: „Ich stimme mit Nikki Haley nicht in allem überein, aber hier schon: Sie ist nicht Nancy Pelosi.“