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VertragNorwegen schließt Handelsabkommen mit Großbritannien

Der neue Vertrag zwischen Norwegen, Island, Liechtenstein und dem UK schafft Zölle ab. Einen Freihandel wie zu früheren Zeiten wird es aber nicht geben. 04.06.2021 - 20:34 Uhr Artikel anhören

Großbritannien ist für Norwegen der wichtigste Handelspartner außerhalb der EU.

Foto: dpa

Kopenhagen. Norwegen, Island und Liechtenstein haben am Freitag ein Handelsabkommen mit Großbritannien geschlossen. Die britische Ministerin für internationalen Handel, Liz Truss, bezeichnete das Abkommen als einen wichtigen Impuls für den Handel mit den drei Ländern, die alle nicht Mitglied der Europäischen Union sind.

Die Verhandlungen zwischen Großbritannien und Norwegen dauerten seit 2020 an. Zu den strittigen Themen gehörten der Import von landwirtschaftlichen Erzeugnissen nach Norwegen und der Export von Fisch nach Großbritannien, wie norwegische Medien berichteten. Großbritannien ist für Norwegen der wichtigste Handelspartner außerhalb der EU.

Die drei Länder sind Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), was ihnen Zugang zum EU-Binnenmarkt gewährt. Für die meisten Waren werden keine Zölle verlangt. Als Großbritannien den EU-Binnenmarkt Ende 2020 verließ, endete für das Land auch der zollfreie Handel mit Norwegen, Island und Liechtenstein.

„Auch wenn es nicht so gut ist wie das EWR-Abkommen, so ist es doch das umfangreichste Freihandelsabkommen aller Zeiten“, erklärte die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg.

Großbritannien gab den Wert des Handels mit Norwegen, Island und Liechtenstein für das Jahr 2020 mit 21,6 Milliarden Pfund (25,2 Milliarden Euro) an. Solberg erklärte, Norwegen habe Waren im Wert von knapp 200 Milliarden Kronen (20 Milliarden Euro) nach Großbritannien exportiert.

Die britischen Bauern profitieren nach Angaben ihrer Regierung von niedrigeren Zöllen und dem zollfreien Export von Käse, Schweinefleisch und Geflügel. Niedrigere Importzölle auf Garnelen, Krabben und Schellfisch sollen die Kosten für die britische Fischverarbeitung reduzieren, was Arbeitsplätze sichere.

Einen vollständigen Freihandel wie zu Zeiten der Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum wird es zwischen den Ländern aber nicht geben. Solberg sprach von mindestens zwei Punkten, die noch zu klären seien. Das Abkommen sei nicht dynamisch, erklärte Solberg. Veränderungen würden also nicht automatisch überall umgesetzt. Auch Meinungsverschiedenheiten über Veterinärbestimmungen an der Grenze seien noch nicht ausgeräumt.

ap
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