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KonjunkturDeutsche Industrie steigert Produktion deutlich

Während die Ausfuhren im Februar etwas zurückgehen, stellen Industrie, Bau und Energiewirtschaft deutlich mehr her. Experten sehen Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung. 09.04.2024 - 10:35 Uhr
Windturbinen-Produktion in Rostock: Die deutsche Industrie produziert mehr als erwartet. Foto: dpa

Wiesbaden, Berlin. Deutschlands Exporteure haben im Februar weniger Waren ins Ausland geliefert. Zum Vormonat Januar sank der Wert der Ausfuhren um 2,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte.

Verglichen mit dem Vorjahresmonat verringerten sich die Exporte um 4,4 Prozent auf 132,9 Milliarden Euro. Bei den Importen registrierten die Statistiker innerhalb eines Jahres ein Minus von 8,7 Prozent auf 111,5 Milliarden Euro.

Einen Rückgang gab es im Handel mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Im Februar gingen kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 72,9 Milliarden Euro in die wichtigste Absatzregion. Das waren 3,9 Prozent weniger als im Januar. Die Exporte in Länder außerhalb der EU stiegen dagegen leicht um 0,4 Prozent auf 60,0 Milliarden Euro. Ein deutliches Plus von 10,2 Prozent gab es im Handel mit den USA.

Industrie: Produktion wächst überraschend stark

Derweil haben die deutschen Unternehmen ihre Produktion im Februar überraschend so stark gesteigert wie seit über einem Jahr nicht mehr. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im Januar zusammen 2,1 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit Januar 2023, als es 2,9 Prozent waren.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet, nachdem es im Januar bereits ein Wachstum von 1,3 Prozent gegeben hatte.

Damit „verfestigen sich die Anzeichen für eine allmähliche konjunkturelle Bodenbildung“, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Entwicklung. Zuvor hätten schon Frühindikatoren wie die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe und Stimmungsbarometer wie das Ifo-Geschäftsklima darauf hingedeutet.

Konjunktur

Aufträge für die deutsche Industrie wachsen schwach

Das sehen auch Ökonomen so. „Das zweite Plus in Folge deutet auf eine Stabilisierung der gebeutelten Industrieproduktion hin – zumal sich auch die energieintensiven Branchen wie die chemische Industrie erneut erholt haben“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Die Belastung durch die zurückliegenden Erhöhungen von Leitzinsen und Energiekosten lässt langsam nach.“ Im Sommerhalbjahr dürfte die Rezession in Deutschland enden. Ungelöste Strukturprobleme würden jedoch gegen eine kräftige Erholung sprechen.

Die Industrieproduktion allein nahm um 1,9 Prozent zu. Dieser Anstieg ist weitgehend auf die Produktionszuwächse in der Automobilindustrie (+5,7 Prozent) sowie der chemischen Industrie (+4,6 Prozent) zurückzuführen. Dagegen wurde der Ausstoß im ebenfalls gewichtigen Bereich Maschinenbau etwas heruntergefahren (-1,0 Prozent), so das Ministerium.

Das gute Abschneiden im Februar ist auch dem Baugewerbe zu verdanken: Hier gab es ein Plus von 7,9 Prozent. Dagegen sank die Energieerzeugung um 6,5 Prozent.

Dienstleister melden ebenfalls Umsatzplus

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Die Dienstleister sind mit einem Umsatzplus ins Jahr gestartet. Die Erlöse der Service-Branche – ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen – stiegen im Januar kalender- und saisonbereinigt real 2,3 Prozent und nominal (nicht preisbereinigt) um 2,1 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Binnen Jahresfrist kletterte der Umsatz inflationsbereinigt sogar um 3,2 Prozent und nominal um 3,7 Prozent.

Die Dienstleister legten einer jüngsten Umfrage des Finanzhauses S&P Global zufolge auch im März zu. Der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor stieg um 1,8 Punkte auf 50,1 Zähler, und damit auf den höchsten Wert seit sechs Monaten, wie aus der monatlichen Erhebung unter rund 400 Firmen hervorging. Das Barometer liegt damit knapp über der Marke von 50, ab der es ein Wachstum signalisiert.

Erstpublikation: 08.04.2024, 08:54 Uhr.

dpa, rtr
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