1. Startseite
  2. Politik
  3. Konjunktur
  4. Konjunktur: Kaum Wachstum in Österreich – Inflation bleibt hartnäckig

KonjunkturKaum Wachstum in Österreich – Inflation bleibt hartnäckig

Die Österreichische Nationalbank rechnet mit einer Teuerungsrate von 3,5 Prozent. Vor allem, weil staatliche Energiehilfen wegfallen. Der Nationalbank-Chef sieht eine weitere Herausforderung. 12.09.2025 - 12:47 Uhr Artikel anhören
Nationalbank-Chef Martin Kocher hält die Sanierung des Staatshaushalts für eine große Herausforderung. Foto: REUTERS

Wien, Frankfurt. Österreichs Wirtschaft kommt nach einer langen Rezession nur langsam in Schwung. Für das laufende Jahr rechnet die Österreichische Nationalbank (OeNB) lediglich mit einem Wachstum von 0,3 Prozent, wie sie am Freitag in ihrer Interimsprognose mitteilte.

Zugleich dürfte die Teuerungsrate auf 3,5 Prozent steigen. Grund für die Zunahme der Inflation seien vor allem wegfallende staatliche Energiehilfen wie die Strompreisbremse.

Die Wirtschaft war nach einer knapp zweijährigen Rezession im ersten Halbjahr 2025 wieder leicht gewachsen. „Die Aussichten für das zweite Halbjahr sind jedoch weiterhin verhalten“, erklärte OeNB-Gouverneur Martin Kocher. Für die Folgejahre erwartet die Notenbank eine leichte Beschleunigung des Wachstums auf 0,8 Prozent im Jahr 2026 und 1,1 Prozent für 2027.

Die Inflation soll 2026 zwar auf 2,4 Prozent sinken, da der Basiseffekt bei den Energiepreisen wegfällt. Sie dürfte aber wegen einer hartnäckig hohen Teuerung bei Dienstleistungen auch 2027 mit 2,3 Prozent vergleichsweise hoch bleiben.

Eine Herausforderung bleibt zudem die Sanierung des Staatshaushalts. Die Einschätzung der budgetären Situation habe sich gegenüber der Prognose von Juni nicht verändert, teilte die OeNB weiter mit. Die Notenbank rechnet demnach weiter mit einem Budgetdefizit von 4,2 Prozent der Wirtschaftsleistung für 2025. Für die Jahre 2026 und 2027 seien weitere Anstrengungen im Rahmen des laufenden EU-Defizitverfahrens nötig.

EZB

Spitze gegen Trump: Entscheidungen beruhen auf Daten, „deren Integrität nicht infrage gestellt wird“

Die EU-Kommission leitet ein solches Verfahren ein, wenn ein Mitgliedsland die Defizitgrenze bei der Neuverschuldung von drei Prozent der Wirtschaftsleistung überschreitet. Betroffene Staaten müssen dann einen Plan vorlegen, wie sie ihr Defizit wieder unter die erlaubte Marke senken wollen. Als größtes externes Risiko für die Konjunktur nannten die Währungshüter die unsichere US-Handelspolitik.

Zur Inflation in der Euro-Zone sagte Kocher: „Das Inflationsziel im Euroraum ist erreicht.“ Die Inflation sei dort, wo man sie haben möchte. Im August lag sie in der 20-Ländergemeinschaft bei 2,1 Prozent und damit nur einen Tick über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent.

Verwandte Themen
EZB
Christine Lagarde
Inflation
Konjunktur
Europäische Union

Für 2026 veranschlagt die Euro-Notenbank in ihren jüngsten Prognosen eine Rate von 1,7 Prozent, für 2027 von 1,9 Prozent. Die EZB hat am Donnerstag auf ihrer ersten Zinssitzung nach der Sommerpause wie im Juli die Zinsen konstant gehalten. Die Euro-Wächter um EZB-Chefin Christine Lagarde beließen den Einlagesatz – das ist der Leitzins im Euroraum – bei 2,0 Prozent. Wie es bei den Zinsen weitergehen soll, ließ die EZB offen.

Wachsamkeit sei wichtig angesichts der Erfahrungen mit der Inflation in den vergangenen zwei, drei Jahren, sagte Kocher mit Bezug auf die Geldpolitik. Auf der EZB-Sitzung hätten sich die Währungshüter sehr einmütig auf diese Option des Zuwartens und der Datengetriebenheit bei allen Sitzungen in der Zukunft geeinigt. Niemand habe darüber gesprochen, wie es weitergehe. „Weil es wirklich in beide Richtungen weitergehen kann, grundsätzlich, je nachdem, wie sich die Lage entwickelt“, fügte Kocher hinzu. Lagarde hatte nach dem Zinsbeschluss betont, die EZB lege sich nicht vorab auf einen bestimmten Zinspfad fest.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt