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MOBILITY - BE URBAN!HRI-Trendradar: So gelingt die Verkehrswende

Urbane Mobilität gehört zu den Megatrends, die unsere Zukunft bestimmen. Die hohe Verkehrsdichte und die daraus resultierende Umweltbelastung erfordern schnelle Maßnahmen nach dem Prinzip: „Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern, Verkehr verbessern“. 18.08.2021 - 17:42 Uhr Artikel anhören
Foto: Handelsblatt
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„MOBILITY - BE URBAN!"

Luftverschmutzung und Lärmbelastung durch Fahrzeuge sowie Flächenversiegelung durch Infrastruktur belasten heute das Ökosystem Stadt, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Pendlerinnen und Pendler.

Die Coronakrise hat unerwarteterweise Alternativen eröffnet, indem sie gezeigt hat, dass das Arbeiten von zu Hause eine echte Option zum Weg ins Stadtzentrum.

Die Stadt hat Konkurrenz durch das Umland bekommen, und ländliche Regionen gewinnen zunehmend an Attraktivität. Denn hier ist das Leben nicht nur günstiger, sondern auch gesünder.

Die Stadt muss umdenken und ihre Prioritäten neu ordnen wie beispielsweise Parkplätze durch Grünflächen ersetzen, geteilte Straßen statt mehrspurigen Fahrbahnen planen und mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichbare Einrichtungen des öffentlichen Lebens ermöglichen. Einige Städte sind bereits auf einem guten Weg und zeigen, dass die Verkehrswende funktionieren kann.

Doch es gilt noch enormes Potenzial zu heben, vor allem beim Einsatz digitaler Technologien. Indem im Rahmen von Smart-City-Konzepten auch die Mobilität intelligent vernetzt wird, kann das Mobilitätsverhalten grundlegend verändert werden.

Weniger Staus, eine stressfreie Parkplatzsuche und ein leichter Umstieg auf alternative Mobilitätsmittel entlasten die Innenstädte.

Gleichzeitig helfen digitale Technologien dabei, die Stadt neu aufzuteilen. Indem das komplette Angebot der Mobilitätsmittel nahtlos verknüpft wird, entsteht eine echte Alternative zum dominierenden Auto.

Die „autogerechte Stadt“ muss zur „flächengerechten“ Stadt werden, indem jedes Mobilitätsmittel seinen fairen Anteil an der Stadtfläche erhält.

Ein gut funktionierendes System öffentlicher Verkehrsmittel und ein gut ausgebauter Rad- und Fußverkehr kombiniert mit kurzen Wegen zwischen Arbeitsplatz, Wohnung und Versorgung schaffen die Basis für eine lebenswerte Stadt.

Obwohl die Schadstoffemissionen in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen sind, sind immer noch rund 90 Prozent der europäischen Stadtbevölkerung Schadstoffen, wie Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahem Ozon ausgesetzt, die über dem als gesundheitsgefährdend erachteten Werten liegen. Der Verkehr gehört zu den Hauptverursachern.

Nicht nur die Europäische Union, sondern weitere 125 Staaten arbeiten darauf hin, bis spätestens 2050 klimaneutral zu werden. Der Verkehr kann mit verschiedenen Maßnahmen zu diesem Ziel beitragen.

Selbst wenn es gelingen sollte, das Problem der Luftverschmutzung durch die Abschaffung des Verbrennungsmotors zu reduzieren, ist das erst einer von vielen Schritten.

Denn auch die Infrastruktur für einen alternativ angetriebenen Individualverkehr nimmt der Stadt Lebensraum, das gleiche gilt für selbstfahrende Autos.

Ein stärkerer Einsatz autonomer Fahrzeuge verspricht jedoch, den Verkehrsfluss, ebenso wie die Verkehrssicherheit und Nachhaltigkeit zu erhöhen. Autonome Fahrzeuge können sich den individuellen Bedürfnissen ihrer Passagiere dynamisch anpassen.
So weisen autonome Fahrzeuge, die über den Tag verteilt, Menschen nacheinander befördern, ein Einsparpotential von neun bis dreizehn Privatfahrzeugen auf.

Das Auto wird wahrscheinlich kaum an Beliebtheit verlieren, aber ein Trend zur Verschiebung der Eigentumsverhältnisse am Fahrzeug lässt sich vermuten.

Es ist zu erwarten, dass die Nutzung geteilter und gepoolter Fahrzeuge nach der Coronakrise wieder Aufwind bekommt. Idealerweise sind auch diese Fahrzeuge autonom unterwegs, denn so werden ihre Kapazitäten vollständig ausgelastet.

Integriert in ein multimodales Mobilitätssystem ergänzen geteilte Fahrzeuge den Öffentlichen Nahverkehr. Für die letzte Meile stehen Mietfahrräder und Mikromobile bereit.

Ein grundlegender Baustein der urbanen Mobilität ist eine Plattform, die einzelne Mobilitätsmittel nahtlos vernetzt und zudem Buchungen und Zahlungen ermöglicht – Mobility-as-a Service. In der Zukunft fährt man idealerweise verzögerungsfrei von Start- bis Zielort mit einer einzigen Buchung, aber diversen direkt verknüpften Mobilitätsmitteln.

Die Bepreisung innerstädtischer Straßennutzung ist ein kontroverses Thema und dient nicht zwingend als Vorbildfunktion, kann aber durchaus als sinnvolle Maßnahme zur Reduzierung oder Entzerrung des Verkehrs dienen.

Aber nicht nur die Personenmobilität, sondern auch für die Logistik werden sich in der Zukunft nachhaltige Geschäftsmodelle eröffnen.

Die Konzepte reichen von Transportmitteln mit alternativen Antrieben über elektrisch betriebene Lastenräder bis hin zu Robotern und Drohnen.

Zudem ermöglichen City-Hubs und Mikro-Depots die Organisation einer nachhaltigen Auslieferung auf der letzten Meile.

Urbane Mobilität gehört zu den Megatrends, die unsere Zukunft bestimmen. Die hohe Verkehrsdichte und die daraus resultierende Umweltbelastung erfordern schnelle Maßnahmen nach dem Prinzip: „Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern, Verkehr verbessern“.

„The Mission“ ist eine Initiative von Futury, einem Spin-off der Werte-Stiftung, der Deutschen Bank, Bain & Company, PreZero und der Handelsblatt Media Group. Im Rahmen von „The Mission“ entwickeln junge Talente in jeweils dreimonatigen Projekten zu einem von 12 Themenfeldern.


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