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KonjunkturChinas Industrie und Dienstleister wachsen wieder

Chinas Regierung strikte Null-Covid-Strategie belastet die Wirtschaft stark. Nun lockert das Land aber die Eindämmungsmaßnahmen – und das entspannt die Industrie. 30.06.2022 - 11:30 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Das erste Mal seit drei Monaten wächst die Industrieproduktion in dem Land.

Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Peking. Chinas Wirtschaft schüttelt allmählich die Belastungen durch die Corona-Lockdowns ab. Industrie und Dienstleister legten im Juni erstmals nach drei Monaten wieder zu, wie am Donnerstag aus offiziellen Daten hervorging. „Dieser Aufschwung wird wahrscheinlich bis in den Juli hinein anhalten, da die Mobilitätsbeschränkungen weiter gelockert werden“, sagte Zhang Zhiwei, Chefvolkswirt bei Pinpoint Asset Management.

„Nichtsdestotrotz hält China an der Null-Covid-Politik fest.“ Dies dürfte dazu führen, dass das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich unter seinem Potenzial bleibe, sagte der Ökonom. Chinas Präsident Xi Jinping hatte erst jüngst den strikten Corona-Kurs verteidigt.

Die Volksrepublik würde eher vorübergehend negative Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung in Kauf nehmen, als zuzulassen, dass das Leben und die Gesundheit der Menschen Schaden nehmen.

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im Juni auf 50,2 Punkte von 49,6 Zählern im Mai, wie die Statistikbehörde NBS in Peking mitteilte. Fachleute hatten im Schnitt zwar etwas mehr erwartet.

An der Börse wurden die Daten dennoch positiv aufgenommen, denn der Index lag erstmals seit Februar wieder über der Schwelle von 50, ab der er Wachstum signalisiert. „Obwohl sich das verarbeitende Gewerbe in diesem Monat weiter erholte, meldeten 49,3 Prozent der Unternehmen, dass die Aufträge unzureichend waren“, sagte NBS-Statistiker Zhu Hong.

Die schwache Nachfrage sei nach wie vor das Hauptproblem. Einige Firmen hätten mit Druck auf ihren Gewinnspannen und relativ großen operativen Problemen zu kämpfen.

Der Dienstleistungssektor verzeichnete das höchste Wachstumstempo seit 13 Monaten. Der Einkaufsmanagerindex für die Service-Branche schnellte auf 54,7 Punkte von 47,8 Zählern im Mai. Das Konjunkturbarometer, das sowohl Industrie als auch Dienstleister umfasst, kletterte deutlich von 48,4 Punkten auf 54,1 Zähler.

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China hat in den vergangenen Monaten etwa die Finanzmetropole Shanghai mit ihren mehr als 25 Millionen Einwohnern in einen harten Lockdown geschickt, was zu geschlossenen Fabriken und Geschäften sowie Staus in den Häfen und damit auch zu Problemen im Welthandel führte.

Ökonomen zufolge dürfte die Regierung es deshalb schwer haben, ihr Ziel von etwa 5,5 Prozent Wirtschaftswachstum für 2022 zu erreichen. Läuft es in China konjunkturell nicht so rund, spürt das auch die deutsche Wirtschaft. Denn die Volksrepublik ist Deutschlands wichtigster Handelspartner.

rtr
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