Staatsverschuldung: Der Yen stürzt ab, die Schulden steigen – Japan nähert sich dem wirtschaftlichen Kollaps
Steuert Japan auf eine epochale Wirtschaftskrise zu?
Foto: imago images/Kyodo NewsTokio. Immer höhere Staatsschulden, immer schwächerer Yen: Die japanische Notenbank hat das Land mit ihrer Niedrigzinspolitik in eine verzwickte Lage gebracht. Und genau das nutzen nun internationale Hedgefonds und wetten in diesen Tagen massiv gegen das Land.
Das hat für Japan eine neue Qualität. In den vergangenen Jahrzehnten hatten Spekulanten zwar wiederholt gegen die Zentralbank der am höchsten verschuldeten Industrienation der Welt gewettet und verloren. Doch der aktuelle Kampf mit der Bank von Japan, der Mitte Juni richtig begann, überrascht selbst die bekannteste geldpolitische Expertin des Landes. „Frühere Wetten gegen die Bank von Japan waren kurz, diese hält länger an“, sagt Sayuri Shirai, die als Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Notenbank die Geldpolitik des Landes mitbestimmt hat. „Das habe ich so noch nie gesehen.“
Ein Novum sei auch, in welchem Ausmaß die Notenbank japanische Staatsanleihen kaufe. Während die anderen Zentralbanken westlicher Industrienationen im Kampf gegen die Inflation die Zinsen anheben und Liquidität verknappen, druckt die Bank von Japan im Rekordtempo Geld.