Ukraine und Russland: Funkberichte von der Front: „Das ist ja das Verrückte – jeder kann bei den russischen Soldaten mithören“
Das Foto wurde vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlicht.
Foto: APHerr Cardillo, ihr Militärunternehmen Shadowbreak und Freiwillige fangen Gespräche zwischen russischen Soldaten in der Ukraine ab, die während der Invasion über Funk kommunizieren. Was kann man auf den Tonaufnahmen hören?
Sehr viele unterschiedliche Dinge: Wie die Soldaten sich über ihre Situation an der Front beschweren, dass ihnen der Diesel für ihre Fahrzeugen ausgegangen ist, dass es nicht genug zu Essen gibt. In einer Aufnahme ist zu hören, wie russische Soldaten versuchen, für ihre Panzer Treibstoff von einer ukrainischen Tankstelle zu stehlen. Aber dann stellen sie fest, dass es dort keinen Treibstoff mehr gibt. Es wäre zum Totlachen, wenn die Lage nicht so ernst wäre. Häufig geht es also um logistische Probleme.
Was haben Sie noch über die russischen Truppen herausgefunden?
Die Moral der Soldaten ist teilweise miserabel. Einige beschweren sich über ihr schlechtes Gehalt – 16.000 Rubel im Monat –, das sind etwas mehr als 100 Euro. In anderen Aufnahmen verweigern Soldaten den Befehl, zivile Gebäude in der Ukraine anzugreifen. Insgesamt bestätigen die Aufnahmen, was wir bereits wissen: dass die Truppen schlecht organisiert sind und insgesamt weniger fähig sind als die russischen Truppen, die im Syrien-Krieg im Einsatz waren.