Digitalisierung: Wer baut die beste Smart City? Wie Hamburg und München um den Spitzenplatz streiten
Der autonom fahrende Kleinbus HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation, im Hintergrund) nimmt in der HafenCity Hamburg den Fahrgastbetrieb auf.
Foto: imago images/Chris Emil JanßenMünchen. Als der schwäbische Informatiker Thomas Bönig vor drei Jahren nach München kam, hatte er bald einen besonderen Titel. Der neue Leiter der IT durfte sich – als einer der Ersten in einer deutschen Stadtverwaltung – Chief Digital Officer (CDO) nennen. Ganz so wie in der Industrie, wo der digitale Wandel schon ein wenig früher eingesetzt hatte.
Die Namenswahl sollte beizeiten andeuten, dass sich die bayerische Landeshauptstadt ehrgeizige Ziele setzt. Mit Hamburg liefert sie sich einen heftigen Wettbewerb, wer wohl am Ende mit innovativen Konzepten beim Erbauen einer „Smart City“ vorn liegt – einer Mustermetropole also, die durch den gezielten Einsatz von Daten so hässliche Dinge wie Verkehrschaos vermeidet und die Lebensqualität für die Bürger deutlich verbessert.
Oberstes Ziel: ein integriertes Stadtkonzept, das etwa auch digitale Lösungen für Wohnen, Arbeiten, Daseinsvorsorge und Gesundheit vorsieht. Die Devise: leiser, lebenswerter, autoärmer, klimaschonender.
Dafür arbeitet in München die derzeit grün-rote Stadtregierung eng mit Bundesinitiativen, Großindustrie, Mittelstand, Wissenschaft und Start-ups zusammen – über die in der Vorstadt Garching sitzende Gesellschaft UnternehmerTUM. Das größte Innovations- und Gründerzentrum Europas wird von BMW-Großaktionärin Susanne Klatten beaufsichtigt und finanziert.