USA: Peter Thiel, Jeff Bezos und Co.: Der (Alb-)Traum vom ewigen Leben
Tech-Manager wollen das ewige Leben.
Foto: Getty Images, Alcor [M]New York, San Francisco. Für Linda Chamberlain ist der Tod ein vorübergehender Zustand. Ihr Unternehmen Alcor packt Leichname – immer vier Körper und fünf Köpfe gemeinsam – in Stickstofftanks. Auch ihr Mann lagert schon dort, ebenso ihre Mutter, eingefroren bei minus 196 Grad Celsius. Chamberlain, heute 76-jährig, wird ebenfalls im Stickstoff enden. Aber als Ende sieht sie das nicht, denn sie glaubt nicht an die Endlichkeit.
Die erste Person, die Chamberlain einfror, war ihr Schwiegervater. Er war schon zu krank, um dem Prozess bei vollem Bewusstsein zuzustimmen. Sie hätten ihm nicht sagen wollen, dass sie jetzt nichts mehr für ihn tun könnten, erzählt Chamberlain. Also froren sie seinen Leichnam ein – in der Hoffnung, ihn später wiederbeleben zu können.
Die Erfahrung spornte sie dazu an, das Konzept auch anderen Interessierten zugänglich zu machen. Sie gründete ein Non-Profit-Unternehmen und nannte es Alcor, nach einem Stern, der am Nachthimmel mit bloßem Auge erkennbar ist – aber nur für Personen, die sehr gut sehen können. Für 200.000 Dollar können Menschen ihren Körper nach dem Tod einfrieren lassen. Den Kopf gibt es günstiger – ab 80.000 Dollar. Gratis obendrauf kommt die Hoffnung, eines fernen Tages, wenn die Medizin so weit ist, wieder aufgeweckt zu werden. Eine Garantie gibt es nicht.