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CoronakriseVier Open-Source-Tools für die Heimarbeit

Homeoffice wegen der Pandemie: Anbieter wie Microsoft oder Zoom werben für kommerzielle Lösungen. Dabei gibt es kostenlose und sichere Alternativen.Stephan Scheuer 24.03.2020 - 17:59 Uhr

Programmierer entwickeln quelloffene Lösungen zur digitalen Teamarbeit, wie hier beim jährlichen Kongress des Chaos Computer Clubs.

Foto: Handelsblatt

Düsseldorf. Viele Unternehmen stecken gerade im Stresstest. Der kurzfristige Umzug ins Homeoffice aufgrund der Coronakrise hat viele Betriebe überrascht. In vielen Fällen waren die digitalen Systeme nicht für eine dauerhafte Arbeit von zu Hause ausgelegt.

Große US-Technologieunternehmen haben die Situation für gut platzierte Werbeaktionen genutzt: Anbieter wie Microsoft oder Slack buhlten mit Sonderangeboten um Neukunden. Doch wer auf der Suche nach einer langfristigen Lösung ist, wird gerade bei alternativen Open-Source-Tools fündig.

Datenschutz ist der wichtigste Grund, warum sich Firmen und Organisationen intensiv mit quelloffenen Alternativen auseinandersetzen sollten. Alle hier vorgestellten Dienste bieten die Möglichkeit, die Lösungen auf eigenen Servern zu betreiben. Das macht die Einrichtung anfangs zwar etwas aufwendiger. Damit behalten die Unternehmen oder Organisationen aber die volle Kontrolle über ihre Daten. Zudem ist der Einsatz der Programme oft kostenlos, wenn Firmen die Einrichtung und Administration komplett selbst übernehmen.

1. Datenspeicher und Kollaboration: Nextcloud statt Microsoft

Der Anbieter Nextcloud ist als Plattform zum Tauschen von Dateien gestartet. Mittlerweile bietet das Unternehmen eine umfassende Alternative zu Microsoft Office 365 mit gemeinsamer Arbeit an Texten oder Tabellen, zudem aber auch Kalender, Webmail, Videokonferenzen.

Im Gegensatz zu Lösungen von Microsoft lässt sich die Plattform auf einem eigenen Server installieren. Die Bundesregierung setzt auf den Anbieter für die Ausstattung der eigenen Bundescloud. Im Januar schloss Nextcloud zudem eine Partnerschaft mit dem Internetdienstanbieter 1&1 Ionos. Dadurch können Kunden seit Januar auch Lösungen von Nextcloud einsetzen, ohne einen eigenen Server betreiben zu müssen.

2. Videokonferenzen: Jitsi statt Zoom

Ob mit einem Kollegen oder direkt mit einem ganzen Team: Auch im Homeoffice ist es hilfreich, die anderen Personen sehen zu können. Neben kommerziellen Diensten wie Skype von Microsoft oder dem US-Anbieter Zoom gibt es den Anbieter Jitsi. Er stellt eine kostenlose Plattform für Videokonferenzen zur Verfügung – quelloffen und verschlüsselt.

Genau wie Nextcloud bietet der Dienst auch die Möglichkeit, die gesamte Software auf einem eigenen Server zu installieren und zu betreiben. So können Anwender sicherstellen, dass keine Daten ungewollt in anderen Rechenzentren landen.

3. Teamchat: Riot statt Slack

Für den direkten Austausch innerhalb von Teams ist über den Tag hinweg oft keine Videokonferenz nötig. Stattdessen müssen schnell Absprachen getroffen werden. Dafür eignet sich ein Chat sehr gut. Der US-Anbieter Slack hat sich auf diesen Bereich spezialisiert. Rivale Riot bietet im Gegensatz zu Slack allerdings eine quelloffene Alternative. Wie Nextcloud und Jitsi kann auch sie auf einem eigenen Server betrieben werden.

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4. Projektmanagement: Taiga statt Trello

Wer aufwendigere Prozesse steuern und ganze Projekte transparent abwickeln will, braucht umfassendere Lösungen. Aufgaben müssen verteilt und genau koordiniert werden. Die bekanntesten Namen kommerzieller Anbieter sind Trello oder Asana. Doch auch hier gibt es eine vollwertige, quelloffene Alternative: Taiga.io. Sie lässt sich mit vielen anderen Diensten kombinieren. Und wie Nextcloud und Co. lässt sie sich auf einem eigenen Server betreiben.

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