Montblanc: So kann ein Füllfederhalter im digitalen Zeitalter funktionieren
Düsseldorf. Der Füllfederhalter führt Kinder in die Welt des Schreibens ein. Wenngleich die Fähigkeiten der Schüler in Deutschland zu schwinden scheinen, bleibt das Erlernen der Handschrift die Basis des Wegs in die Welt der festgehaltenen Worte.
Im Leben der Erwachsenen spielt die Handschrift eine immer kleinere Rolle. Selbst der Einkaufszettel ist in vielen Fällen eine WhatsApp oder gar eine spezifische App.
Schöne Schreibgeräte verlieren im Zuge dieses Wandels ihre Attraktivität. Das Unternehmen Montblanc steht neben Marken wie Parker, Lamy oder Caran d’Ache für Stifte, die mehr sind als Werkzeuge der Schrift.
Die Arbeitswelt erleichtert mit digitalen Anwendungen unseren Alltag, und dennoch bleibt ein Umstand bestehen: Dinge, die wir mit der Hand schreiben, können wir uns besser merken. Unsere Hirne schaffen mehr Verknüpfungen, wenn Texte nicht mit der Tastatur, sondern per Hand verfasst werden. Das zeigte eine Studie aus Norwegen, die Anfang 2024 veröffentlicht wurde.
Montblanc, das seit Langem neben Schreibgeräten mit Accessoires oder gar Uhren weitere Standbeine aufgebaut hat, wagt nun den Schritt ins Digitale. Nicht allein ein digitaler Stift, sondern gleich eine Mappe hat das zum Schweizer Luxuskonzern Richemont gehörende Unternehmen mit Sitz in Hamburg-Lurup nun vorgestellt.
Die Anforderungen eines weitgehenden digitalen Berufslebens sollen mit Eleganz und Wertigkeit des Schreibgeräts mit der einstigen Freude an hochwertigen (Gold-)Federn und Kolbenmechanismen zum Aufpumpen des Tintentanks verknüpft werden. Ein wenig schwingt beim Nutzer vielleicht innerlich der Federkiel mit, wenngleich technisch nichts mehr beides miteinander verbindet.
Die Handschrift, die unverwechselbare und kaum nachzuahmende Visitenkarte des Menschen, degeneriert mit schlichten digitalen Systemen rasch zum lästigen Gadget. 4000 Druckpunkte und austauschbare Spitzen im digitalen Stift sollen das haptische Vergnügen des Schreibens mit der Hand bewahren.
Mit seinem Aluminiumgehäuse und der Notwendigkeit des Aufladens des Akkus erfüllt das wertig bepreiste Digital Paper sicher nicht die schier grenzenlose Freiheit und Praktikabilität eines Stücks Papiers und Bleistifts.
Doch es ist eine Handreichung der Moderne an unverdrossene Romantiker des Worts, die ihre Gedanken dank der gemäßigten Geschwindigkeit der manuellen Tätigkeit zwangsweise zäumen und so leichter ordnen und sortieren können.
Erstpublikation: 25.09.2025, 17:35 Uhr.