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Neuer App-Kult„Flappy Bird“ schließt wegen zu großen Erfolgs

Die Spiele-App „Flappy Birds“ für Smartphones hat nicht nur die Nutzer an den Rand des Wahnsinns getrieben. Dem Macher ist der Hype um sein simples Spielchen zu groß geworden.Stephanie Dittebrand 10.02.2014 - 09:12 Uhr Artikel anhören

Flappy Bird – per Tippen wird der Vogel in der Luft gehalten.

Foto: Screenshot

Düsseldorf. Flap, flap, duff. Dieses Geräusch kennen mittlerweile über 50 Millionen Menschen weltweit. Und selten war der Grat zwischen Liebe und Hass, Verlangen und Aggressivität schmaler als bei diesem Vogel mit den Schlauchbootlippen. Flappy Bird, ein eigentlich simples Geschicklichkeitsspiel für Smartphones und Tablets. Seit Monaten war es im Play Store verfügbar, dann hat das flügellahme Vögelchen einen richtigen Hype erlebt – und jetzt ist das Aus gefolgt.

„Es macht mein einfaches Leben kaputt“, schrieb der Entwickler Dong Nguyen am Wochenende beim Kurznachrichtendienst Twitter. „Also hasse ich es jetzt.“ Am Sonntagabend verschwand das Game wie einen Tag zuvor angekündigt, aus den Download-Plattformen.

Süchtig macht das Spiel nicht, weil die Grafik überzeugt. Denn die erinnert (vom Macher auch so gewollt) an frühe „Super Mario“-Versionen. Und auch die Abwechslung kann es nicht sein, weil es eben nur ein Level gibt, das immer und immer wieder durchflogen werden muss. Und das endet nur auf eine einzige Art – mit dem totalen Absturz und einem folgenden Neustart. Nguyen verdiente durch die platzierte Werbung mehr als 50.000 Dollar pro Tag, berichtet „The Verge“.

„Ich hasse dich, Flappy Bird! Nur damit das klar ist. Ich hasse dich wirklich“, schreibt Nutzer Akim J. auf der Facebookseite „I Hate Flappy Bird“. Diese Seite gibt es seit Anfang Februar und ist eine Art Selbsthilfegruppe. Highscores werden mit einer gewissen Geltungssucht geteilt und verglichen, aber eben auch Hasstiraden geteilt und Abstürze des Vogels gefeiert. Die Hassliebe zu der App ist Tenor der Seite, nur hört niemand damit auf, das Spiel weiter zu spielen.

Wer zwischen den Flügen kurz vor der Gefühlsexplosion steht, bekommt dann das Browsergame „Squishy Bird“ ans Herz gelegt. Dort darf man sich, auch ohne das Smartphone aus der Hand legen zu müssen, rächen. Den Vogel zwischen den ebenfalls gehassten grünen Röhren zerquetschen.

Angepriesen wird das Spiel mit den Worten „Hasst du diesen verdammten Vogel? Hast du jede Nacht Alpträume von diesem dummen Gesicht des Vogels? Dann räche dich jetzt!“. Die Facebookseite des Vogelstampfspiels hat übrigens knapp 20.000 mehr „Gefällt mir“-Angaben als das Original. Wahrscheinlich weil niemand zugeben möchte, dass ihm oder ihr das Spiel gefällt. Oder weil zwischen den Runden einfach keine Zeit dafür bleibt.

Auf Twitter sieht die Stimmung ähnlich aus, nur dass der Vogel sich über seine Nutzer lustig macht. „Ihr hasst nicht mich. Ihr hasst es doch nur, dass ihr mich liebt!“, zwitschert Flappy Bird. „Flappy Bird ruiniert euer soziales Leben!“ Und das stimmt. Ein Selbstversuch hat gezeigt, dass das Sprichwort der wie im Flug vergehenden Zeit doppelt zutrifft.

Zwischen Absturz und Neustart vergeht kaum eine Sekunde ohne hektisches Fingertippen. Und nur wenn der eigene Rekord übertroffen wurde, ist Zeit für soziale Interaktion. Nämlich um sich feiern zu lassen. Und um sich vorwerfen zu lassen, wie viel Zeit während der sinnlosen Flüge vergangen ist. Und doch möchte man mit dem Highscore prahlen, jedem davon erzählen. So soll es auch hier geschehen: Der interne Redaktionsrekord liegt bei 69 Röhren.

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Nachahmer stehen schon in den Startlöchern

Bei 50.000 Dollar pro Tag alleine durch In-App-Werbung werden Entwickler schnell hellhörig und wollen ein Stück vom Kult-Kuchen abhaben. Das Android-Onlinemagazin „Androidpit“ gab jüngst eine Übersicht aller Flappy-Birds-Nachahmer heraus, die in den elektronischen Läden kursieren. Clumsy Bird gehört zu den Spielen, die durch Grafik und Handlung überzeugen können. Doch man muss nicht zwei mal hinschauen um zu erkennen, dass es eine freche Kombination von Angry Birds und Flappy Birds ist. Die Macher von Flappy Tappy machen sich wenigstens die Mühe, Schweine fliegen zu lassen und die Röhren durch eine felsähnliche Landschaft zu ersetzen. Die Entwickler von Tappy Bird haben die App wahrscheinlich über Nacht zusammengeschustert und unterbieten selbst die Grafik des Originals.

Den sprichwörtlichen Vogel schießt aber der Fake Flappy Bird ab: 73 Cent kostet die Fake-App, mit der man seinen Freunden und Rivalen einen Highscore in den Hundertern vorgaukeln kann. Dann doch lieber selbst durch die Röhren flattern und das Geld für eine sinnvolle App investieren.

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