Im Bilanzcheck: Dealmaker statt Beamtenladen: Die Deutsche Telekom geht ins Risiko
Der Aktienkurs verlief in den letzten Jahren weitestgehend seitwärts.
Foto: HandelsblattHamburg. Die Deutsche Telekom ist derzeit einer der interessantesten Konzerne der Republik. In der Öffentlichkeit wird das indes kaum wahrgenommen. Schon der Titel „ehemaliger Staatskonzern“ killt meist jede Fantasie von Esprit und Dynamik.
Dabei fährt der Vorstand um seinen Vorsitzenden Timotheus Höttges mittlerweile mit heißeren Reifen, als es sich die meisten Deutschen vorstellen. Im vergangenen Jahr hat sich dieser Trend noch einmal beschleunigt. Ohne die Beteiligung der Bundesrepublik, die nach wie vor über 30 Prozent der Anteile hält, wäre das gerade noch solide Kreditrating (Standard & Poor’s: BBB) wohl mittelfristig in Gefahr.
Die Ambivalenz zeigt sich unter anderem an zwei Rekordwerten: Die Telekom machte 2021 108,8 Milliarden Euro Umsatz – bei einem Schuldenstand von satten 132,1 Milliarden Euro. Sie ist heute ein Weltkonzern, der den weitaus größten Teil seiner Erträge im Ausland verdient, 62,8 Prozent des Umsatzes erwirtschaftete er allein in den USA. Die Tochter T-Mobile US eilte dort trotz Rückschlägen abermals von Erfolg zu Erfolg. Das Deutschlandgeschäft wird für die Telekom indes immer unwichtiger.