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Aktie im Höhenflug Warum Infineon-Chef Reinhard Ploss der Liebling der Investoren ist

Der Manager streicht die Dividende wegen der Coronakrise zusammen. Die Anleger nehmen das gelassen hin. Denn die Erfolgsbilanz des Franken spricht für sich.
09.11.2020 - 18:46 Uhr Kommentieren
Der Infineon-Chef streicht die Dividende zusammen – die Anleger schockt das nicht. Quelle: Reuters
Reinhard Ploss

Der Infineon-Chef streicht die Dividende zusammen – die Anleger schockt das nicht.

(Foto: Reuters)

München Es war keine besonders frohe Botschaft, die Reinhard Ploss, 64, den Aktionären an diesem Montag überbrachte: Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr werde um ein Fünftel niedriger ausfallen, verkündete der Infineon-Chef schon am frühen Morgen. Denn die Coronakrise hat Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Die Anleger störte das nicht: In einem freundlichen Umfeld kletterte der Aktienkurs zeitweise um mehr als drei Prozent. Damit haben die im Dax notierten Papiere seit dem Frühjahr rund die Hälfte an Wert gewonnen.

Es ist das Verdienst von Ploss, dass der Chiphersteller so großes Vertrauen an der Börse genießt. Dem Elektroingenieur gelingt ein bemerkenswerter Spagat: Er hat große Ambitionen, führt die Münchener Firma aber völlig unaufgeregt.

Seit acht Jahren an der Infineon-Spitze

So gelang ihm fast lautlos im April die Übernahme des US-Konkurrenten Cypress. Auf dem Höhepunkt der Coronakrise schaffte es Ploss ohne größere Probleme, die neun Milliarden Euro schwere Akquisition zu finanzieren und Infineon damit unter die zehn größten Chipfirmen der Welt zu katapultieren.

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    Seit acht Jahren steht der gebürtige Franke an der Spitze von Infineon. Als der damalige Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber 2012 ihn, den Altgedienten, als neuen Chef präsentierte, waren Analysten und Investoren verblüfft. Mayrhuber aber wusste, dass in der hektischen Branche Bodenhaftung hilft: „In unserem dynamischen und zyklischen Geschäft ist Stabilität ein wesentlicher Erfolgsfaktor.“

    Als Prozessingenieur hat Ploss 1986 angefangen, damals war die Firma Teil von Siemens. Im Jahr 2000 übernahm er die Leitung der Autosparte, 2007 zog er in den Vorstand ein. Gemeinsam mit dem damaligen Konzernchef Peter Bauer bewahrte er Infineon vor der Pleite: Sie stießen Sparten ab, konzentrierten sich auf wenige Wachstumsfelder. Kurz, sie legten den Grundstein für den heutigen Erfolg.

    An seiner Erfolgsquote lässt sich wenig aussetzen. Im gerade beendeten Geschäftsjahr musste Ploss zwar zweimal die Prognose zurücknehmen. Schon im Sommer aber gelang ihm die Trendwende. Das operative Ergebnis im Schlussquartal sei besser ausgefallen als erwartet, urteilen die Analysten von Goldman Sachs.

    Präzise im Umgang mit der Fernbedienung

    Manche Konzernchefs leisten sich Rennpferde und Sportwagen, Reinhard Ploss lässt Modellhubschrauber in die Lüfte steigen. So präzise er im Umgang mit der Fernbedienung ist, so genau will er auch sein Unternehmen steuern. „Was wir versprechen, das halten wir“, ist einer jener Sprüche, die er gern hervorkramt, wenn mal wieder Zweifel an seiner Strategie auftauchen.

    Für das laufende Geschäftsjahr kündigte Ploss einen Umsatz von 10,5 Milliarden Euro an, ein Plus von zwei Milliarden Euro. Der Schub kommt nicht zuletzt vom Zukauf Cypress. Infineon verdient zudem gut an Elektroautos.

    Dennoch warnt Ploss vor großen Hoffnungen: „Wir sehen Erholungstendenzen, aber keinen breiten Aufschwung.“

    Genau zwei Jahre wird Ploss den Konzern noch führen, 2022 soll Schluss ein. Es sieht danach aus, als könnten sich die Aktionäre auf zwei gute Jahre einstellen, Corona hin oder her.

    Mehr: Infineon streicht die Dividende zusammen – trotz besserer Zahlen

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