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NetzausrüsterNvidia investiert eine Milliarde Euro in Nokia

Der Netzausrüster bekommt eine Finanzspritze vom wertvollsten Chipkonzern der Welt. Die Finnen können das Geld gut gebrauchen.Stephan Scheuer 29.10.2025 - 08:51 Uhr Artikel anhören
Nokia-Werbung: Unter dem neuen Chef Justin Hotard richtet sich der Netzausrüster strategisch neu aus. Foto: REUTERS

Düsseldorf. Der US-Chipkonzern Nvidia investiert eine Milliarde Dollar in den finnischen Netzausrüster Nokia. Nvidia zeichnet im Rahmen einer Kapitalerhöhung 166,4 Millionen neue Nokia-Aktien für 6,01 US-Dollar (5,16 Euro) je Anteilschein, wie Nokia am Dienstag mitteilte.

Damit summiert sich das Investment auf rund eine Milliarde US-Dollar (860 Millionen Euro). Nvidia wird künftig 2,9 Prozent der Anteile an Nokia halten.

Die Beteiligung ist Teil einer strategischen Kooperation, mit der beide Unternehmen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Funknetzen voranbringen wollen. Nokias Ziel: den Sprung vom klassischen Netzwerkausrüster zum Anbieter cloudbasierter, KI-fähiger Infrastruktur.

Der Erlös aus der Kapitalerhöhung soll die laufende Transformation von Nokia finanzieren. Das Unternehmen will seine 5G- und 6G-Software auf Nvidias Chiparchitekturen portieren und verstärkt in AI- und Cloud-Netzwerke investieren – insbesondere im Geschäftsbereich Network Infrastructure, der zuletzt stark gewachsen ist.

2024 hatte Nokia die US-Firma Infinera für 2,3 Milliarden Dollar übernommen, um sich Zugang zum boomenden Markt für Rechenzentren zu sichern.

Geschäft mit Cloud-Anbietern wird wichtiger

Nvidia verfolgt eine globale Investitionsoffensive: Neben der Nokia-Beteiligung flossen Milliarden in das Softwareunternehmen OpenAI, den autonomen Fahrzeugentwickler Wayve und das Fintech Revolut. Gleichzeitig ist Nvidia Partner der Deutschen Telekom für ein neues KI-Rechenzentrum, das in München entstehen soll.

Nokia steckt in einer strategischen Neuausrichtung. Das Kerngeschäft ist die Ausrüstung von Netzbetreibern wie der Deutschen Telekom, Vodafone oder Telefónica. Dieses Geschäft ist jedoch stark von Zyklen dominiert. Und ein großer Teil der Investitionen in 5G-Mobilfunk ist bei vielen Netzbetreibern abgeschlossen. Der nächste Zyklus für den Ausbau von 6G wird in der Branche erst für 2030 erwartet.

Justin Hotard wurde im April als neuer CEO zu Nokia geholt mit dem klaren Ziel, das Unternehmen neu auszurichten. Hotard war zuvor für Rechenzentren bei Intel zuständig. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen vergangene Woche hob Hotard die wichtige Rolle des Geschäfts mit großen Cloud-Anbietern hervor. „Wir sind gut auf Kurs – der KI-Superzyklus beschleunigt die Nachfrage nach vertrauenswürdiger Konnektivität“, sagte Hotard bei der Präsentation der Quartalszahlen.

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Nokia hat eine neue Technik entwickelt, mit der sich Daten besonders schnell zwischen großen Rechenzentren von Firmen wie Amazon, Microsoft oder Google übertragen lassen. „Das Geschäft mit AI- und Cloud-Kunden macht inzwischen sechs Prozent des Konzernumsatzes aus“, sagte Hotard. „Langfristig erwarten wir aber auch erhebliche Potenziale bei souveränen Cloud-Infrastrukturen, insbesondere in Europa.“

Operativ geht es bei Nokia nach mehreren Jahren der Restrukturierung wieder aufwärts. Im dritten Quartal 2025 stieg der Umsatz um zwölf Prozent auf 4,83 Milliarden Euro, der operative Gewinn übertraf mit 435 Millionen Euro die Analystenerwartungen. Das Unternehmen hob seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr auf 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro an.

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