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Einstieg bei Jio Google entwickelt mit Indiens reichstem Mann ein neues Billig-Smartphone

Google steigt mit einer Milliardensumme beim indischen Digitalkonzern Jio ein. So will der Internetkonzern neue Kunden in dem Schwellenland gewinnen.
15.07.2020 - 14:03 Uhr Kommentieren
Jio ist innerhalb weniger Jahre zum größten Mobilfunkanbieter in Indien aufgestiegen. Quelle: Reuters
Bushaltestelle in Mumbai

Jio ist innerhalb weniger Jahre zum größten Mobilfunkanbieter in Indien aufgestiegen.

(Foto: Reuters)

Bangkok Zwei der weltgrößten Internetkonzerne machen in Indien gemeinsame Sache: Drei Monate nachdem sich Facebook an der indischen Digitalplattform Jio beteiligt hatte, steigt nun auch Google bei dem Unternehmen ein. 4,5 Milliarden Dollar geben die Kalifornier für einen 7,7-Prozent-Anteil an Jio aus.

Dessen Gründer Mukesh Ambani, Indiens reichster Mann, verkündete die Nachricht am Mittwoch auf der Hauptversammlung seines Konglomerats Reliance, zu dem auch Jio gehört. Google-Chef Sundar Pichai, der in Indien geboren wurde, nahm an der Veranstaltung per Videokonferenz teil.

Zusammen mit Jio will Google nun ein neues Billig-Smartphone entwickeln, das dabei helfen soll, den Marktanteil von Googles mobilem Betriebssystem Android und seiner App-Plattform Play Store in Schwellenländern auszubauen.

„Wir sind davon begeistert, von Grund auf neu durchzudenken, wie Millionen von Nutzern in Indien zu Smartphone-Besitzern werden können“, hieß es in einer Mitteilung von Google. Pichai sagte: „Es ist die richtige Zeit, um unser Engagement in Indien in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern signifikant auszubauen.“ Die Partnerschaft mit Jio sei der erste Schritt.

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    Bereits am Montag hatte Pichai angekündigt, in den kommenden fünf bis sieben Jahren insgesamt zehn Milliarden Dollar in Indien investieren zu wollen. Das fast 1,4 Milliarden Einwohner große Land ist gemessen an der Zahl der Internetnutzer der zweitgrößte Digitalmarkt der Welt hinter China. Da der chinesische Markt für die meisten westlichen Technologiekonzerne verschlossen bleibt, gilt Indien für sie als größte Wachstumshoffnung in den Schwellenländern.

    Unter den ausländischen Investoren ist Ambanis Internetfirma Jio dabei ein gefragter Partner: Das 2016 gestartete Unternehmen war innerhalb weniger Jahre zum größten Mobilfunkanbieter des Landes aufgestiegen und bietet inzwischen unter anderem auch eine E-Commerce-Plattform, Streamingdienste und Videokonferenz-Software.

    Die Beteiligung von Facebook, das für 5,7 Milliarden Dollar einen knapp zehnprozentigen Anteil an Jio kaufte, gab in den vergangenen Monaten den Startschuss für eine Flut an Investorengeldern. Insgesamt sammelte Ambani rund 20 Milliarden Dollar an frischem Kapital für seinen digitalen Hoffnungsträger ein – unter anderem von den Chipherstellern Intel und Qualcomm, sowie vom Finanzinvestor KKR und zwei staatlichen Investmentgesellschaften aus Abu Dhabi.

    „Die digitale Revolution ist die größte Veränderung in der Menschheitsgeschichte“, sagte Ambani am Mittwoch. Indien müsse diesen Wandel hin zu einer besseren Welt anführen, sagte der Unternehmer, der den Grundstein für seinen Erfolg im Erdöl- und Petrochemiegeschäft gelegt hatte.

    Mit Jio und dessen Ableger JioMart positioniert sich Ambani nun zunehmend auch als Konkurrent für die in Indien etablierten Onlinehändler – Amazon und Flipkart, das mehrheitlich dem US-Handelskonzern Walmart gehört. Die beiden Unternehmen kämpfen seit Jahren mit Milliardensummen um eine dominante Stellung im indischen E-Commerce.

    Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs sind auch bei ihnen zusätzliche Finanzmittel gefragt: Amazon kündigte Anfang des Jahres an, eine weitere Milliarde Dollar nach Indien fließen zu lassen. Flipkart verkündete am Dienstag den Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde: Eingeworben wurden 1,2 Milliarden Dollar.

    Mehr: Anleger wetten Milliardensummen auf den reichsten Mann Asiens

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