Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Finanzierungsrunde Start-up LeanIX erhält 80 Millionen Dollar für sein „Google Maps für die IT“

Die Coronakrise ist fürs Start-up LeanIX kein großes Problem: Es bekommt frisches Kapital. Die Bewertung steigt damit auf rund 450 Millionen Euro.
08.07.2020 - 10:32 Uhr Kommentieren
„Ich habe mit vielen internationalen Investoren gesprochen“, berichtet der Gründer.
LeanIX-Gründer André Christ

„Ich habe mit vielen internationalen Investoren gesprochen“, berichtet der Gründer.

Düsseldorf Die Coronakrise stellt viele Start-ups vor große Probleme: Einerseits bricht das Geschäft ein, andererseits halten die Kapitalgeber das Geld beisammen. Derlei Probleme kennt LeanIX nicht. Der Softwarehersteller aus Bonn will den Umsatz wie in den Vorjahren verdoppeln – und hat just eine Finanzierung über 80 Millionen Dollar (71 Millionen Euro) erhalten, die zum überwiegenden Teil von der Investmentbank Goldman Sachs stammt.

LeanIX habe in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Kunden gewonnen, sagte Unternehmenschef André Christ dem Handelsblatt. „Wenn sich die Wirtschaft stärker erholt, wollen wir mit dem Produkt noch weiter sein.“ Zudem könne man mit dem neuen Kapital in Übernahmen investieren. Im Markt für „Enterprise Architecture Management“ (EAM), wie die Spezialdisziplin heißt, wird es nach Einschätzung des 38-jährigen Gründers eine Marktkonsolidierung geben. Seit der Gründung 2012 hat der Softwarehersteller insgesamt 120 Millionen Dollar erhalten.

Das Start-up hat einen Cloud-Dienst entwickelt, mit dem Kunden ihre IT-Landschaft halbautomatisch kartografieren können – „ein Google Maps für die IT“ sei das System, sagt Christ. Manager können so Probleme bei Datenschutz und IT-Sicherheit entdecken, etwa wenn Programme veraltet sind oder Daten außerhalb der EU landen. Und sie können die Kosten für die IT kontrollieren. „Dafür brauchen sie eine solide Datenbasis“, sagt Christ.

In Zeiten der Digitalisierung, in denen sich Unternehmen vernetzen müssen, in denen das Cloud-Computing der Standard ist und Künstliche Intelligenz in allen Wirtschaftsbereichen zum Einsatz kommt, wächst dieser Markt kräftig. Zu den Kunden von LeanIX zählen Unternehmen von Adidas bis Zalando, insgesamt rund 300. Was Christ stolz macht: Zuletzt sind einige bekannte Namen aus dem Silicon Valley hinzugekommen, etwa Atlassian und Dropbox. Das stärkt das Prestige.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Seit 2017 hat das Bonner Unternehmen ein Büro in Boston, das Kunden in den USA gezielt anspricht, 60 der 230 Mitarbeiter sind dort ansässig. Im größten Softwaremarkt der Welt erwirtschaftet das Start-up bereits 39 Prozent des Umsatzes, Tendenz steigend. „Wir treffen mit der Lösung in den USA einen Nerv“, ist Christ überzeugt. Eine einfache Lösung für Architekturmanagement habe es dort bislang nicht gegeben.

    Mit dem neuen Kapital kann LeanIX weiter in Produkt und Vertrieb investieren. Bei der Finanzierung, so betont der Gründer, handle es sich nicht um eine Notwendigkeit, eher um eine Gelegenheit: „Im Laufe der letzten fünf Monate habe ich mit vielen internationalen Investoren gesprochen – es gab ein hohes Interesse, bei LeanIX einzusteigen.“ Gerade in der Krise seien die Kapitalgeber an etablierten Geschäftsmodellen interessiert.

    LeanIX erwirtschaftet nach eigenen Angaben einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich. Die Kundenbindung liegt bei beeindruckenden 94 Prozent.

    Grafik

    LeanIX sei beim EAM ein Vordenker, lobt Christian Resch, der bei Goldman Sachs den Investmentbereich Growth leitet. „Wir waren beeindruckt vom starken Umsatzwachstum, dem positiven Kundenfeedback und dem visionären Konzept der Firma.“ Sie helfe Kunden, die Komplexität von IT-Landschaften zu verringern.

    Neben der Investmentbank, die künftig einen Sitz im Aufsichtsrat übernimmt, beteiligen sich die bisherigen Anteilseigner Insight Partners und Deutsche Telekom Capital Partner (DTCP) an der Finanzierungsrunde. Zu den genauen Konditionen der Finanzierung äußert sich LeanIX nicht. Die Investoren dürften nach Handelsblatt-Informationen rund 16 Prozent der Anteile erhalten, die Bewertung des Start-ups würde damit auf rund 450 Millionen Euro steigen.

    Zu weiter gehenden Plänen will sich Christ nicht äußern. „Wir haben das Ziel, aus Deutschland heraus ein eigenständiges großes Technologieunternehmen aufzubauen“, sagt er lediglich. Die Finanzierung helfe dabei.

    Mehr: Warum manche Start-ups besser durch die Krise kommen als andere

    Startseite
    Mehr zu: Finanzierungsrunde - Start-up LeanIX erhält 80 Millionen Dollar für sein „Google Maps für die IT“
    0 Kommentare zu "Finanzierungsrunde: Start-up LeanIX erhält 80 Millionen Dollar für sein „Google Maps für die IT“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%