Fitness-Tracker: Datenschutz-Aktivisten verklagen Google-Tochter Fitbit
Die Google-Tochter verkauft Armbänder und Uhren, die die Aktivität der Nutzer aufzeichnen.
Foto: REUTERSStockholm. Die Datenschutz-Organisation Noyb verklagt Fitbit wegen angeblicher Verstöße gegen europäische Datenschutzregeln. Der Anbieter von Fitness-Trackern zwinge Nutzer, Datenübermittlung in Länder außerhalb der EU zuzustimmen, und biete keine Möglichkeit, die Zustimmung zu widerrufen, teilte die vom Aktivisten Max Schrems gegründete Gruppe „None Of Your Business“ (Noyb) am Donnerstag mit.
Der Widerruf sei nur durch eine Löschung des Nutzerkontos möglich, wobei der Anwender die Aufzeichnungen seiner Trainingseinheiten und Gesundheitsdaten verliere.
Fitbit, das zum Internetkonzern Google gehört, verkauft Armbänder und Uhren, die die Aktivität der Nutzer aufzeichnen, sowie bestimmte Körperfunktionen wie Herzfrequenz oder Schlafzyklen. „Obwohl das Unternehmen sensibelste Gesundheitsdaten sammelt, ist es erstaunlich, dass es nicht einmal versucht, die Verwendung dieser Daten offenzulegen, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist“, sagte Noyb-Anwalt Bernardo Armentano.
Bei einer Verletzung der europäischen Datenschutzrichtlinie drohen Strafen von bis zu vier Prozent des jährlichen weltweiten Firmenumsatzes. Im Jahr 2022 erwirtschaftete die Alphabet-Tochter Google Erlöse von 280 Milliarden Dollar. Die in Wien ansässige Gruppe Noyb hat in der Vergangenheit zahlreiche Technologiekonzerne wegen Datenschutzverstößen verklagt und teilweise milliardenschwere Strafen erwirkt.
Erstpublikation: 31.08.2023, 08:55 Uhr.