Foxconn: Apple-Partner plant neues Milliardeninvestment in Indien
Delhi. Der US-Techkonzern Apple will deutlich mehr iPhones in Indien produzieren. Darum baut nun auch einer der wichtigsten Partner des Unternehmens seine Kapazitäten aus. Foxconn investiert laut einem Bericht der „Financial Times“ in ein neues Werk in der Nähe von Chennai investieren.
Neben Apple setzen auch die Zulieferer damit immer stärker auf Indien. Der US-Konzern hatte zuletzt verstärkt Produktion aus China dorthin verschoben, um Risiken im globalen Handelskonflikt zu minimieren. Schon während der Corona-Pandemie hatte der US-Konzern zu spüren bekommen, wie stark die Abhängigkeit von China sich auf das globale Geschäft auswirken kann.
Ende nächsten Jahres will Apple bereits den Großteil der in den USA verkauften iPhones aus Indien importieren. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste Apple seine jährliche iPhone-Produktion in Indien auf mehr als 80 Millionen Stück verdoppeln. China ist aber nach wie vor der mit Abstand größte Produktionsstandort des Unternehmens.
Sehr zum Ärger von US-Präsident Donald Trump: „Wir behandeln euch wirklich gut, wir haben all die Fabriken, die ihr in China gebaut habt, jahrelang geduldet“, erklärte der US-Präsident vergangene Woche und richtete einen direkten Appell an Apple-Chef Tim Cook: „Ich will nicht, dass du in Indien baust.“
Keine Zölle auf iPhones aus Indien
Dessen ungeachtet expandiert der US-Konzern hier weiter. Allein im vergangenen Jahr hatte Apple iPhones im Wert von 22 Milliarden Dollar in Indien gefertigt und damit die Produktion um fast 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Im Geschäftsjahr bis März 2025 hat der Konzern etwas mehr als 40 Millionen iPhones in Indien hergestellt. In den USA werden mehr als 60 Millionen iPhones pro Jahr verkauft.
Der Großteil der in Indien hergestellten iPhones wird vom taiwanesischen Zulieferer Foxconn montiert. Die Elektroniksparte der Tata Group, die das lokale Geschäft der Wistron übernommen hat und die Geschäfte der Pegatron in Indien betreibt, ist ebenfalls ein wichtiger Lieferant.
Die Trump-Administration hat Anfang März Elektronikwaren, darunter Smartphones und Computer, von den Zöllen ausgenommen. Das bedeutet auch, dass auf in Indien hergestellte iPhones aktuell keine Zölle mehr erhoben werden.
Apple stellt inzwischen seine gesamte iPhone-Produktpalette in Indien her, einschließlich der teureren Titanium Pro-Modelle. Der Erfolg des Unternehmens in der bevölkerungsreichsten Nation der Welt wird auch durch staatliche Subventionen begünstigt, die mit den Ambitionen von Premierminister Narendra Modi verbunden sind, das Land zu einem Produktionszentrum zu machen.