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Apple„Ich will nicht, dass du in Indien baust“ – Trump kritisiert Cook

Apple will von China unabhängiger werden und baut deshalb seine Kapazitäten in Indien massiv aus. Donald Trump wehrt sich dagegen. Sein Alternativplan wäre für iPhone-Nutzer aber sehr teuer.Mathias Peer 15.05.2025 - 14:49 Uhr Artikel anhören
Tim Cook (hinten) und Donald Trump (rechts): Der Apple-Chef will die Produktion in Indien ausweiten – und der US-Präsident kritisiert das. Foto: via REUTERS

Bangkok. US-Präsident Donald Trump kritisiert die Expansionspläne des Tech-Konzerns Apple in Indien. Bei einer Veranstaltung während seiner Nahostreise forderte der Republikaner den iPhone-Hersteller am Donnerstag auf, die Errichtung weiterer Fabriken in dem Schwellenland zu stoppen.

Er habe „ein kleines Problem“ mit Konzernchef Tim Cook, sagte Trump während seines Staatsbesuchs in Katar. Er habe dem Apple-Chef mitgeteilt: „Ich will nicht, dass du in Indien baust.“

Trump positioniert sich damit gegen einen zentralen Punkt von Apples Versuch, seine Lieferketten neu auszurichten. Der Konzern aus Cupertino war lange nahezu vollständig abhängig von Fabriken in China. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen zwischen den USA und der Volksrepublik sowie Trumps Zollpolitik hat das Unternehmen Indien als wichtigsten Alternativstandort auserkoren und baut seine Produktionskapazitäten dort stark aus. iPhones aus Indien kommen derzeit im Gegensatz zu in China hergestellten Geräten zollfrei in die USA.

Marktforschern zufolge stellt Apple derzeit etwa jedes fünfte iPhone in Indien her. Der Anteil ist stark gewachsen: Im vergangenen indischen Fiskaljahr, das im März endete, ließ Apple bei seinen Partnern Foxconn und Tata in Indien etwa 60 Prozent mehr iPhones produzieren als im Vorjahr. Beide Auftragsfertiger planen neue Fabriken, um die Kapazität weiter auszuweiten.

Medienberichten zufolge hat Apple als Reaktion auf US-Zölle für Importe aus China beschlossen, ab Ende des kommenden Jahres den US-Markt nahezu vollständig mit in Indien hergestellten iPhones zu versorgen. Das setzt eine Verdoppelung der bisherigen Produktionsmengen in dem Schwellenland voraus.

Trumps Äußerungen in Katar offenbaren nun heftigen Widerstand der US-Regierung gegen das Vorhaben. „Wir haben all die Fabriken ertragen, die du jahrelang in China gebaut hast“, zitierte Trump aus einem Gespräch mit Cook, zu dem es am Vortag gekommen sei. Jetzt müsse Apple seine Werke in den USA bauen, forderte der US-Präsident. An einer Verlagerung der Lieferketten nach Indien sei er „nicht interessiert“, fügte Trump hinzu. „Indien kann sich selbst helfen.“

Trump: „Indien kann sich selbst helfen“

Gerechtfertigt hält Trump Apple-Fabriken in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt nach eigenen Worten lediglich, um mit ihnen den lokalen Markt zu bedienen. „Du kannst in Indien bauen, wenn du dich um Indien kümmern willst“, sagte Trump in Richtung des Apple-Chefs. Er verwies in dem Zusammenhang auf Einfuhrzölle in Indien, die zu „den höchsten der Welt“ zählten und es schwer machten, in das Land zu exportieren.

Er stellte jedoch gleichzeitig in Aussicht, dass sich dies bald ändern könnte: Indien habe den USA im Rahmen der Gespräche über ein Handelsabkommen signalisiert, dass „sie im Grunde bereit sind, uns überhaupt keinen Zoll zu berechnen“, sagte Trump.

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Der US-Präsident lobte Apples Ankündigung, in den kommenden vier Jahren gemeinsam mit seinen Zulieferern mehr als 500 Milliarden US-Dollar in den USA zu investieren. „Das wird großartig“, sagte Trump. Die Pläne des Konzerns umfassen unter anderem eine neue Fabrik in Texas, die Server für Künstliche-Intelligenz-Systeme herstellen soll. Eine iPhone-Fertigung in den USA plant das Unternehmen bisher nicht.

Marktbeobachtern zufolge wäre eine Smartphone-Produktion im eigenen Land für Apple extrem teuer. Analysten der Bank of America schätzen, dass ein iPhone „made in USA“ allein aufgrund der Arbeitskosten 25 Prozent mehr kosten würde als bisher. Unter Berücksichtigung der aktuell ausgesetzten „reziproken Zölle“ für iPhone-Komponenten, die importiert werden müssten, wäre der Analyse zufolge sogar mit einem Kostenanstieg von 90 Prozent zu rechnen.

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