Angst vor Trump-Zöllen: Apple will 20.000 Jobs in den USA schaffen
Düsseldorf, San Francisco. Wenige Tage nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat Apple-Chef Tim Cook massive Investitionen in den Vereinigten Staaten angekündigt. Während Trumps vierjähriger Amtszeit will das Unternehmen 500 Milliarden Dollar ausgeben, hieß es in einer Firmenankündigung vom Montag.
So werde in Texas eine Fabrik gebaut, in der Server für neue Anwendungen für Künstliche Intelligenz (KI) gefertigt werden sollen. An vielen weiteren US-Standorten etwa nahe der Firmenzentrale in Kalifornien, aber auch in Michigan oder Nevada werde der iPhone-Konzern neues Personal einstellen.
Apple: Fertigung in Houston soll schon in diesem Jahr beginnen
„Wir freuen uns sehr, unsere Unterstützung für die amerikanische Fertigung auszubauen“, sagte Cook. Apple werde dazu beitragen, „ein außergewöhnliches neues Kapitel in der Geschichte der amerikanischen Innovation zu schreiben“.
In einem Beitrag auf seiner Kurznachrichtenplattform Truth Social dankte Trump am Montag Apple und Cook. Die Entscheidung spiegle deren Vertrauen in seine Regierung wider.
Eine zentrale Funktion für das Unternehmen soll die neue Fabrik in Texas bekommen. Bislang würden die Serveranlagen außerhalb der USA gefertigt, schon in diesem Jahr werde die Fertigung in Houston beginnen, kündigte das Unternehmen an. Sie sollen die KI-Funktionen von Apple antreiben, die der Konzern unter dem Begriff „Apple Intelligence“ zusammenfasst.
Apple schlüsselte die angekündigten Ausgaben nicht näher auf. Daher war nicht ersichtlich, wie viele der Investitionen bereits über andere Projekte geplant waren und wie viele nun neu angekündigt wurden.
Apple will erneut Zölle vermeiden
Hintergrund dürften die Zölle auf Einfuhren aus China sein, die von der neuen US-Regierung Anfang Februar eingeführt wurden. Apple lässt einen Großteil seiner Produkte in der Volksrepublik herstellen.
Bereits während Trumps erster Amtszeit hatte dieser mit Zöllen gedroht – und Cook konnte mit der Ankündigung von Investitionen in den USA eine Ausnahme erreichen. Damals versprach er, einen „direkten Beitrag“ zur US-Wirtschaft im Volumen von 350 Milliarden Dollar zu leisten, und verwies auf Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu Konkurrent Samsung, der seine Smartphones in Südkorea fertigt.
Apple gab nun an, in den vergangenen fünf Jahren 20.000 Menschen im Bereich Forschung und Entwicklung eingestellt zu haben. Experten sehen in Cooks jüngsten Ankündigungen nun abermals ein Handelsangebot zur Vermeidung von Zöllen.
Am Donnerstag hatte sich der Apple-Chef mit Trump im Weißen Haus getroffen. „Er investiert Hunderte Milliarden Dollar“, hatte der Präsident nach dem Gespräch gesagt. Zudem deutete er an, dass der iPhone-Hersteller aus Angst vor neuen Zöllen seine Investitionen in den USA tätige.
Auch Analyst Dan Ives von der Investmentbank Webush wertete die Ankündigung als Versuch, mögliche Chinazölle abzuwenden. „Cook beweist weiterhin, dass er zehn Prozent Politiker und 90 Prozent CEO ist“, schrieb Ives in einer Analyse. Gleichzeitig passe der Schritt dazu, dass der Manager die globale Produktion von Apple-Produkten stärker diversifizieren will.
Cook hatte die letzte Fabrik von Apple in den USA schließen lassen
Firmengründer Steve Jobs hatte Tim Cook 1998 zu Apple geholt. Seine Aufgabe war von Anfang an, die globale Wertschöpfung von Apple neu aufzustellen. Dafür forcierte er die enge Partnerschaft mit dem Zulieferer Foxconn aus Taiwan.
Im Jahr 2004 ließ Cook die zwischenzeitlich letzte Fertigungslinie von Apple in den USA abschalten. Die letzten verbliebenen 235 Vollzeitmitarbeitenden am Standort in Elk Grove nahe der Stadt Sacramento in Kalifornien wurden entlassen. Cook hatte in den Jahren zuvor die Produktherstellung vor allem auf Standorte nach China verlagert. Mittlerweile produziert der Konzern wieder in begrenztem Umfang in den USA:
Foxconn ist aber bis heute der wichtigste Fertiger für Apple. Die Firma betreibt riesige Fabriken mit Hunderttausenden Mitarbeitenden. Die Stadt Zhengzhou in der ostchinesischen Provinz Henan wird „iPhone City“ genannt aufgrund der riesigen Fabrikanlagen von Foxconn. Hier werden vor allem Smartphones hergestellt.
Während der vergangenen Jahre verlagerte Apple gemeinsam mit Foxconn die Fertigung zunehmend in andere Länder. Vor allem Indien spielt dabei eine wichtige Rolle. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen Ende Januar hatte Cook die Bedeutung von Indien als Produktionsstandort hervorgehoben: „Wir produzieren dort sowohl für den heimischen Markt als auch für den Export.“
Parallel gab Apple am Montag bekannt, dass die Massenproduktion von Prozessoren für iPhones und Co. im neuen US-Werk des taiwanischen Auftragsfertigers TSMC begonnen habe. In diesem Zusammenhang solle das Volumen von Apples Advanced Manufacturing Fund auf zehn Milliarden Dollar verdoppelt werden. Dieser fördert mit seinen Geldern Forschung und Entwicklung.
Mit Agenturmaterial