Halbleiterbranche: Wolfspeed schreibt hohe Verluste
München. Auf den Tag genau vor einem Jahr präsentierte sich Wolfspeed-Chef Gregg Lowe freudestrahlend im Saarland. Gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte der Manager mit großem Pomp an, auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks in Ensdorf eine Chipfabrik zu errichten.
Wann es tatsächlich losgeht, ist aber bis heute offen. „Es gibt noch viel zu tun, bevor wir mit dem Bau beginnen, und dazu gehört auch die Genehmigung unseres Antrags nach dem European Chips Act“, sagte Lowe am Mittwochabend in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Er gehe davon aus, dass die Arbeiten nicht vor 2025 starten.
Eine erste Förderzusage hat Wolfspeed zwar bekommen, und zwar im Rahmen des europäischen IPCEI-Programms. Dies reicht dem Konzern aber offenbar nicht aus. Daher hat Lowe weitere Mittel aus dem sogenannten European Chips Act beantragt. Zu Details wollte sich das Unternehmen auf Anfrage des Handelsblatts nicht äußern.
Vergangenes Jahr noch hatte Lowe den Eindruck erweckt, als würden die Arbeiten unmittelbar nach Genehmigung der IPCEI-Förderung starten. Im Investoren-Call vom Mittwoch spielte nun das Engagement in Deutschland nur noch eine untergeordnete Rolle.