Infineon-Aktie bricht ein: Milliarden-Investition schockt Anleger
Der größte deutsche Halbleiterhersteller baut eine neue Fabrik in Malaysia.
Foto: dpaMünchen. Der Aktienkurs des Chipherstellers Infineon ist am Donnerstag zeitweise um rund zwölf Prozent eingebrochen, nachdem der Dax-Konzern eine riesige neue Investition angekündigt hat. Vorstandschef Jochen Hanebeck plant, die größte Fabrik für Chips aus Siliziumkarbid (SiC) weltweit zu errichten. Die stromsparenden Halbleiter gelten in der Branche als die große Wachstumshoffnung.
Fünf Milliarden Euro will Infineon für das Vorhaben in Malaysia in die Hand nehmen. Erst im Frühjahr hatten die Münchener mit dem Bau eines neuen Werks in Dresden begonnen. Es soll ebenfalls fünf Milliarden Euro kosten.
Die Anleger trauen den großen Wachstumsplänen aber offenkundig nicht. Im Gegenteil: Die Börse fürchtet, dass der rasante Aufschwung bei Deutschlands größtem Halbleiterhersteller erst einmal zu Ende ist. Auch am Freitag gibt der Aktienkurs weiter nach, gegen Mittag notiert das Papier fast zwei Prozent im Minus.
Infineon investiert so stark wie nie seit der Gründung
Das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahrs habe die Erwartungen zwar weitgehend erfüllt, urteilte UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies am Donnerstag. Dies werde die Investoren aber wohl kaum zufriedenstellen. Der Margentrend der Münchener werde schwächer, kritisierte Jefferies-Analyst Janardan Menon. Und der Ausblick für das laufende Quartal habe leicht enttäuscht, so Sandeep Deshpande von JP Morgan.