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Infineon-AktieChiphersteller hebt Prognose an – Aktie gewinnt zweistellig

Die Lager der Kunden leeren sich endlich, das Geschäft von Infineon zieht wieder an. Ausschlaggebend für den besseren Ausblick sind allerdings vor allem Währungsschwankungen.Joachim Hofer 04.02.2025 - 09:27 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Fertigung von Infineon: Der Chipkonzern rechnet im besten Fall mit einem leicht steigenden Umsatz im laufenden Geschäftsjahr. Foto: Infineon

München. Bei Infineon geht es wieder aufwärts. Vorstandschef Jochen Hanebeck hat die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Manager rechnet nun mindestens mit einem stabilen Umsatz. Im besten Fall würden die Erlöse leicht steigen, teilte Deutschlands größter Halbleiterhersteller am Dienstag mit.

Bislang hatte Hanebeck einen leicht fallenden Umsatz in Aussicht gestellt. In Frankfurt reagierte die Infineon-Aktie bis zum Nachmittag mit einem Plus von gut elf Prozent. Damit war Infineon der mit Abstand größte Gewinner im Dax.

Dass die Ergebnisse nun besser ausfallen, liegt Infineon zufolge am starken Dollar. Der Dax-Konzern erzielt den größten Teil vom Umsatz in Dollar, daher wirken sich die Verschiebungen beim Wechselkurs positiv aus. Bislang haben die Münchener mit einem Euro-Dollar-Wechselkurs von 1,10 gerechnet, jetzt mit 1,05.

Allerdings zieht auch das Geschäft an. Die Kunden hätten ihre Lagerbestände abgebaut, daher gehe er „von einer schrittweisen Nachfrageerholung“ aus, sagte Hanebeck. Der anhaltende Trend zur Nutzung Künst­licher Intelligenz (KI) steche positiv hervor. Dieser treibe den Bedarf an sogenannten Leistungshalbleitern, wie sie Infineon für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren anbiete.

Im laufenden Geschäftsjahr, das am 30. September endet, erwarte der Konzern nun einen Umsatz mit derartigen Chips von 600 Millionen Euro. Das seien 100 Millionen mehr als im November prognostiziert. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll dieser Bereich auf eine Milliarde Euro anwachsen.

Im vergangenen Quartal ist der Umsatz des Dax-Konzerns gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf rund 3,4 Milliarden Euro gesunken. Das entspricht der Prognose der Münchener. Die operative Marge fiel um rund sechs Prozentpunkte auf 16,7 Prozent. Unterm Strich erwirtschaftete Infineon einen Gewinn von 246 Millionen Euro, 58 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Infineon habe „die Erwartungen deutlich übertroffen“, urteilten die Analysten von Jefferies am Dienstag. Es sei der einzige auf Industrie- und Autochips spezialisierte Anbieter, der in jüngster Zeit die Prognose erhöht habe.

Infineon-Chef Jochen Hanebeck: hat die Prognose erhöht. Foto: Peter Kneffel/dpa

Infineon steht im Vergleich zur Konkurrenz trotz des schrumpfenden Geschäfts noch gut da. Beim französisch-italienischen Rivalen STMicroelectronics brachen die Erlöse im vierten Quartal um mehr als ein Fünftel ein, der Gewinn stürzte um fast 70 Prozent ab. Das teilte ST vergangene Woche mit.

Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Im laufenden Quartal rechnet Vorstandschef Jean-Marc Chery sogar mit knapp 28 Prozent weniger Umsatz. Sollte ST die laufenden Ausgaben nicht drastisch drücken, könnte dies das erste Quartal mit einem Verlust seit neun Jahren werden, meint JP-Morgan-Analyst Sandeep Deshpande. Der Konzern leidet eigenen Angaben zufolge darunter, dass die teuren Maschinen und Werke nicht ausgelastet sind.

Infineon-Chef dämpft die Erwartungen

Die Börse reagierte vergangenen Donnerstag drastisch: Der Aktienkurs von ST brach um mehr als neun Prozent ein. Die Papiere notieren auf dem niedrigsten Niveau seit Frühjahr 2020. Zuvor hatte bereits der US-Rivale Texas Instruments eine aus Sicht der Analysten enttäuschende Prognose abgegeben.

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Eine genaue Vorhersage für die nächsten Monate abzugeben, sei schwierig, betonte Infineon-Chef Hanebeck. Mit einem „starken Aufschwung“ rechne er allerdings nicht. Denn die zyklische Schwäche im Markt halte an.

Völlig unklar sei derzeit, wie sich die von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Handelskonflikte auf Infineon auswirken werden. Hanebeck: „Das kann von vernachlässigbar bis signifikant sein.“ Infineon produziert im Wesentlichen in Deutschland, Österreich und Malaysia. Verpackt und getestet werden die Chips aber auch in anderen Ländern, darunter Ungarn, China, Indonesien und Thailand.

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