Bilanzcheck: Infineons große Wette auf den Aufschwung –viel hängt an China
München. Der Umsatz schrumpft, die Marge fällt, und die Prognose fürs laufende Geschäftsjahr ist wenig verheißungsvoll. Alles sieht danach aus, als seien die goldenen Zeiten bei Infineon erst einmal vorbei.
Trotzdem wettet Europas größter Chiphersteller auf einen kräftigen Aufschwung. So hat Infineon-Chef Jochen Hanebeck im vergangenen Geschäftsjahr 18 Prozent vom Umsatz in neue Werke und moderne Maschinen gesteckt. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als noch zu Beginn des Jahrzehnts.
Mehr noch: Im laufenden Geschäftsjahr, es endet am 30. September, wird die Investitionsquote voraussichtlich nur leicht sinken – obwohl ein Ende der Flaute nicht absehbar ist.
Investoren bereitet der Expansionskurs inzwischen immer mehr Sorgen. „Derzeit leidet Infineon unter hohen Leerstandskosten“, sagt Markus Golinski, Portfoliomanager bei Union Investment. „Für einen stagnierenden Markt hat der Konzern womöglich zu optimistisch geplant.“