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IT-Dienstleister Brand im Rechenzentrum: Warum eine Cloud-Strategie so wichtig ist

Nach einem Feuer beim französischen IT-Dienstleister OVH sind viele Daten unwiederbringlich verloren. Experten raten Firmen zu Notfallplänen.
07.04.2021 - 18:00 Uhr Kommentieren
Bei dem Großbrand wurde ein Teil der Daten im Rechenzentrum unwiederbringlich zerstört. Quelle: AFP
Brand im OVH-Rechenzentrum im März

Bei dem Großbrand wurde ein Teil der Daten im Rechenzentrum unwiederbringlich zerstört.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Ende März kam es beim französischen IT-Dienstleister OVH zu einer ungewöhnlichen Reinigungsaktion: Rund 100 Mitarbeiter putzten in einem Rechenzentrum in Straßburg die Server. Nach einem Brand galt es, den Ruß in aufwendiger Handarbeit von den Platinen zu entfernen. Dieser sei ätzend, erklärte Firmengründer Octave Klaba via Twitter.

Das Feuer und seine Folgen machen bewusst, dass die virtuelle Welt eine physische Grundlage benötigt. Das Internet im Allgemeinen und Cloud-Dienste im Speziellen sind darauf angewiesen, dass Rechenzentren und Server, Unterseekabel und Mobilfunkmasten einwandfrei funktionieren. Wenn nicht, können Daten verloren gehen.

OVH ist somit für viele Unternehmen ein warnendes Beispiel. Es zeigt, dass es für den Umgang mit der Cloud eine Strategie braucht.

Die Ursachen des Großbrands stehen bis heute nicht fest, die Untersuchungen der Behörden und der Versicherungsgesellschaften seien im Gange, teilt OVH mit. Die Folgen sind indes dramatisch: Während des Vorfalls schaltete das Unternehmen vier Rechenzentren ab. 3,6 Millionen Webseiten waren so vorübergehend nicht erreichbar, auch die von Behörden, Nachrichtenportalen und Banken. Ein Teil der Daten ist unwiederbringlich vernichtet.

Die Zahl der betroffenen Kunden kann OVH nach eigenen Angaben noch nicht beziffern, weil die Untersuchungen noch laufen. Ein prominentes Beispiel ist der Spieleentwickler Facepunch, der die Punktestände vieler Spieler verlor.

Experten raten zum Multi-Cloud-Modell

OVH bietet zwar an, eine Sicherheitskopie in einem mindestens 200 Kilometer entfernten Rechenzentrum zu speichern. Für diese Synchronisierung – im Jargon des Dienstleisters Georedundanz – müssen Kunden jedoch extra zahlen. Wie viele das tun, legt das Unternehmen nicht offen. Es ist zu befürchten, dass so mancher Kunde darauf verzichtet hat.

Aus Sicht von Experten spricht der Vorfall nicht gegen die Nutzung der Cloud, aber für eine Strategie. „ Das Entscheidende, das man verstehen muss: Ein Unternehmen hat die gleiche Verantwortung wie zuvor im eigenen Rechenzentrum – nur dass die Infrastruktur und Daten nun woanders liegen“, sagt René Büst, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Gartner.

Die Kunden von Cloud-Infrastruktur-Diensten müssen daher Konzepte für die Datensicherung entwickeln und Notfallpläne aufstellen. In der Praxis nutzen immer mehr das Multi-Cloud-Modell, berichtet Büst. Hierbei greifen sie auf die Infrastrukturen mehrerer Dienstleister zu, um etwaige Ausfälle kompensieren zu können.

Bei „sehr hohen Anforderungen an Verfügbarkeit und Sicherheit“ empfiehlt der Verband der Internetwirtschaft Eco die Speicherung in zwei geografisch getrennten Rechenzentren. „Damit wären die Daten sogar bei extrem unwahrscheinlichen Eventualitäten wie Bränden oder infolge von Naturgewalten wiederherstellbar.“

Unternehmen sollten zudem die Dienstleister genau prüfen: „Sichere Daten setzen sichere Rechenzentren voraus“, betont der Eco, der 1100 Mitglieder vertritt. Unternehmen können sich an verschiedenen Normen orientieren; die Organisation hat zudem ein Zertifizierungssystem, das neben Technik und Gebäuden auch Prozesse und Personal überprüft.

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