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KommentarInfineon streicht Dividende zusammen – aber die Zukunft ist rosig

Infineon zahlt seinen Aktionären weniger Dividende. Die Aussichten sind aber glänzend: Denn der Chiphersteller profitiert von zwei Megatrends.Joachim Hofer 09.11.2020 - 17:40 Uhr Artikel anhören

Chip von Infineon: Der Halbleiterhersteller profitiert vom Boom der Elektroautos.

Foto: dpa

München. Weil der Gewinn eingebrochen ist, streicht Infineon die Dividende zusammen. Rund ein Fünftel weniger je Aktie möchte Vorstandschef Reinhard Ploss den Anteilseignern für das gerade zu Ende gegangene Geschäftsjahr ausschütten.

Angesichts der Wirtschaftskrise ist das ein kleiner Tribut, den Ploss den Aktionären abverlangt. Viele andere Konzerne hierzulande sind wegen Corona tief in die roten Zahlen gerutscht. Bei einst stolzen Namen wie der Lufthansa oder Tui gibt es überhaupt nichts mehr zu verteilen.

Natürlich spürt auch Infineon die Folgen der Krise. Trotzdem steht Deutschlands größter Chiphersteller verglichen mit anderen Unternehmen gut da. Organisch ist der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr – es endete am 30. September – nur leicht zurückgegangen.

Unterm Strich blieb zwar nicht einmal halb so viel übrig wie im vorigen Geschäftsjahr. Aber der Dax-Konzern ist meilenweit von einem Verlust entfernt. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Chipindustrie ist kapitalintensiv. Geld verdient die Branche, wenn die teuren Maschinen ausgelastet sind. Davon konnte in den vergangenen Monaten bei Infineon aber nicht die Rede sein.

Der Konzern verbuchte trotzdem einen Überschuss. Das beweist: Die Firma ist gut geführt und flexibel genug, die Kosten einigermaßen dem Geschäftsverlauf anzupassen.

In boomende Bereiche investiert

Wichtiger noch für die Investoren: Die Zukunftsaussichten sind glänzend. Schon im jüngsten, vierten Quartal des Geschäftsjahrs ging es kräftig bergauf. Das dürfte sich fortsetzen. Denn Ploss investiert seit Jahren in Bereiche, die jetzt boomen. Der Ingenieur setzt vor allem auf Leistungshalbleiter, das sind Chips für die Stromversorgung.

Die sind zunehmend gefragt, weil die Konsumenten immer mehr Elektroautos ordern. Zudem werden weltweit Rechenzentren gebaut oder aufgerüstet. Dafür braucht es viele neue Netzwerkrechner, die häufig mit Halbleitern von Infineon mit Energie versorgt werden.

Um den wachsenden Bedarf zu decken, steckt Konzernherr Ploss zwei Milliarden Euro in eine neue Fabrik in Villach. Das Werk soll Ende 2021 in Betrieb gehen und dürfte für den nächsten Wachstumsschub sorgen.

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Gewiss: Kurzfristig sind auch bei Infineon Rückschläge nicht ausgeschlossen, falls das Virus noch härtere Einschnitte ins tägliche Leben erzwingt.

Trotzdem ist Infineon für die nächsten Jahre gut gerüstet. Und wenn Vorstandschef Ploss seine eigene Prognose einhält, wird die Dividende im laufenden Geschäftsjahr vermutlich wieder das alte Niveau erreichen.

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