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Mark ZuckerbergFacebooks CEO bringt seine zögerliche Haltung in Bedrängnis

Zuckerberg will Trumps aggressive Posts nicht löschen. Seine Mitarbeiter verärgert das – die Mehrheit lehnt die Politik des US-Präsidenten ab.Alexander Demling 02.06.2020 - 20:56 Uhr

Facebooks CEO sagt, er habe sich mit einer Reaktion auf Trumps Posts schwer getan.

Foto: imago images / photothek

Wenn Mark Zuckerberg etwas Wichtiges mitzuteilen hat, schreibt er es als Facebook-Post an die mehr als 2,6 Milliarden Facebook-Nutzer. „Ich habe mit meiner Reaktion auf die Tweets und Posts von Präsident Trump den ganzen Tag gerungen“, schrieb er.

Auslöser waren die Unruhen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt. Trump kommentierte die Ausschreitungen mit einem Spruch, den Rassisten in den 1960er Jahren verwendet hatten: „Wenn geplündert wird, wird geschossen.“

Persönlich, schrieb Zuckerberg, habe er ein sehr ungutes Gefühl. Aber sein Netzwerk lösche nur Posts, in denen konkret und direkt Menschen gefährdet werden. Und das sei hier nicht der Fall. Es ist nicht das erste Mal, dass Zuckerberg über dieses Drahtseil balanciert. Seit Trump im Amt ist, müht sich der Facebook-Chef um das Wohlwollen im Weißen Haus.

Am Freitag telefonierte er mit dem Präsidenten und soll dort seine Bedenken geäußert haben, aber offenbar ohne den leicht reizbaren Trump zu sehr herauszufordern. IT-Konzerne wie Facebook stehen in Washington aufgrund ihrer Marktmacht in der Kritik.

Gleichzeitig will der 36-Jährige seine Mitarbeiter, die Trumps Politik in der Mehrheit ablehnen, nicht vergraulen. Das könnte ihm misslungen sein. Hunderte Facebook-Mitarbeiter legten am Montag ihre Arbeit nieder. „Ich bin nicht stolz, wie wir gerade aussehen“, schrieb Jason Toff, ein Designmanager von Facebook auf Twitter. „Die Mehrheit meiner Kollegen, mit denen ich gesprochen habe, sehen das genauso.“

In Facebooks Firmenzentrale wird die Kritik an Mark Zuckerberg lauter.

Foto: Reuters

Für Facebook ist das neu. Zwar hat die Stimmung im Unternehmen unter dem politischen Kreuzfeuer seit Trumps Wahl 2016 gelitten, doch offene Revolte gab es kaum. Anders als Twitter-Chef Jack Dorsey, der Trumps gewaltverherrlichende Äußerungen hinter einem Warnhinweis versteckt und seine Anhänger vor Wut schäumen ließ, versucht Zuckerberg noch, politisches Kapital zu halten und Mitarbeiter zufrieden zu stellen. Am Ende könnte er beides verlieren.

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