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Mike Sievert Der neue Chef von T-Mobile prescht mit Kampfpreisen vor

Vorgänger John Legere hatte den Konzern ganz auf sich zugeschnitten. Nachfolger Mike Sievert muss sich emanzipieren. Mit seiner neuen Initiative setzt er ein Zeichen.
26.07.2020 - 09:22 Uhr Kommentieren
Mike Sievert: Ein ambitionierter Stratege für die Telekom Quelle: T-Mobile US
Mike Sievert

In einer Videobotschaft präsentierte sich der neue T-Mobile-US-Chef in neuem Outfit.

(Foto: T-Mobile US)

Düsseldorf „Hallo zusammen, ich bin zurück. Und ich habe große Neuigkeiten dabei.“ Mike Sievert lächelt breit, als er das sagt. Während der vergangenen Wochen war es stiller geworden um den neuen Chef von T-Mobile US, der Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom.

Nun trat er mit einem neuen Outfit vor die Kamera. Mit graumeliertem Vollbart und grauem Polo-Shirt mit magentafarbenem T-Mobile-Logo stimmte der 52-Jährige in einer Videobotschaft seine Mannschaft und seine Kundschaft auf eine neue Unternehmensstrategie unter seiner Führung ein.

Sievert steht vor mehreren Problemen. Im April hatte T-Mobile den Rivalen Sprint übernommen. Aufgrund der Corona-Pandemie mit Kontaktbeschränkungen musste die lange vorbereitete Integration jedoch an vielen Stellen angepasst werden. Das Zusammenführen der Konzerne und Mobilfunknetze ist kompliziert. Das Coronavirus macht es noch etwas komplizierter.

Gleichzeitig muss Sievert eine neue Rolle für sich finden. Sein Vorgänger John Legere hatte den Konzern ganz auf sich zugeschnitten. Mit seinen schrillen Auftritten und den ständigen Lästerattacken gegen die Konkurrenz hatte er sich zum Gesicht von T-Mobile US gemacht.

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    Doch vor vier Monaten ist auch er ausgeschieden. Sievert war bislang der stille Stratege im Hintergrund.

    Mit einer neuen Initiative setzt Sievert ein Zeichen. Er kündigte neue Kampfpreise für den amerikanischen Mobilfunkmarkt an. Für nur 25 Dollar im Monat sollen Kunden einen Vertrag für den Echtzeitmobilfunk 5G mit unlimitierten Daten bekommen. Für nur fünf Dollar zusätzlich im Monat legt T-Mobile sogar noch ein 5G-fähiges Smartphone von Samsung dazu. Die Aktion kommt direkt im Paket für vier Anschlüsse und zielt damit auf Familien.

    Sievert feiert das Angebot als ein Paket mit „noch nie gesehenen Preisen“. Das klingt vollmundig – ist allerdings auch nicht übertrieben. In den USA wird traditionell viel für Mobilfunkverträge ausgegeben. Die durchschnittlichen Ausgaben liegen meist deutlich oberhalb von 40 Dollar im Monat.

    Bonner Manager wurden stutzig

    Die Rabattaktion geht so weit, dass selbst Manager in der Konzernzentrale der Deutschen Telekom in Bonn stutzig wurden. Denn üblicherweise sind Mobilfunktarife in den USA deutlich teurer als in Deutschland. Für den unlimitierten Tarif inklusive 5G verlangt die Deutsche Telekom auf ihrem Heimatmarkt jedoch derzeit 82,81 Euro im Monat. Das Angebot in den USA könnte längerfristig auf die Margen drücken, fürchten manche in Bonn.

    Die Aktion ist die Chance für Sievert, sich zu beweisen. Sie ist ein Element des Plans, T-Mobile zum großen Spieler auf dem US-Markt zu machen und die dominanten Anbieter Verizon und AT&T herauszufordern. Mit dem Kampfpreis will T-Mobile Kunden an sich binden und neue gewinnen. Gleichzeitig wirbt Sievert damit für das 5G-Netz des Unternehmens.

    Im Gegensatz zur Konkurrenz kann T-Mobile bereits in vielen Teilen der USA 5G anbieten. „Bei Verizon gibt es für Kunden nur für weniger als ein Prozent der Zeit 5G“, wetterte Sievert gegen die Konkurrenz. Kunden von T-Mobile hätten hingegen fast 23 Prozent der Zeit ein 5G-Signal. „Unser 5G wird immer größer und besser, je mehr wir die Netze von T-Mobile und Sprint vereinigen“, kündigte Sievert an.

    Der Wirtschaftswissenschaftler war schon während der vergangenen sieben Jahre ein wichtiger Stratege im Hintergrund bei T-Mobile. Insider beschreiben ihn als den Vordenker hinter der aggressiven und gleichzeitig erfolgreichen Strategie des Netzbetreibers. „Die Strategie beherrscht er. Jetzt muss er zeigen, dass er auch das Gesicht der Firma sein kann“, sagte ein ranghoher Telekom-Manager.

    Sievert ist einer der wichtigsten Mitarbeiter für die gesamte Deutsche Telekom. Unter Konzernchef Timotheus Höttges hatte es der Konzern geschafft, das über lange Jahre schwierige US-Geschäft zum wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns zu machen. Heute steuern die USA rund die Hälfte zum gesamten Umsatz der Telekom bei. Höttges lobte Sievert öffentlich mehrfach. Zu seinem Start als CEO von T-Mobile im April sagte Höttges: „Er war in alle wichtigen Unternehmensentscheidungen eingebunden, seit er 2012 zu T-Mobile gestoßen ist.“

    Der CEO will aus dem Schatten der T-Mobile-US-Legende John Legere heraustreten. Quelle: Bloomberg
    Mike Sievert im Januar 2020

    Der CEO will aus dem Schatten der T-Mobile-US-Legende John Legere heraustreten.

    (Foto: Bloomberg)

    Unter Legere stand T-Mobile dafür, ein agiler Angreifer zu sein. Damit konnte die Marke gerade preisbewusste Kunden gewinnen. Im Gegensatz zu AT&T und Verizon ist T-Mobile jedoch bei Geschäftskunden schwach aufgestellt. Das soll Sievert ändern. Er soll dafür sorgen, dass die Marke vom schrillen Angreifer auch zum verlässlichen Partner von Firmenkunden wird.

    Sievert kann dafür auf eine langjährige Erfahrung in der Branche zurückschauen. Er arbeitete unter anderem bei AT&T und beim kanadischen Telekommunikationsunternehmen Rogers. Vor seinem Start bei T-Mobile US war er Chief Commercial Officer beim Breitbandanbieter Clearwire Corporation.

    In den mehr als sieben Jahren bei der Telekom-US-Tochter bekleidete er verschiedene Positionen. Vor seiner Beförderung auf den Chefposten war er Chief Operating Officer und verantwortete große Teile des Unternehmens wie Marketing, Produktentwicklung, Einzelhandelsmanagement, Vertrieb und Kundenbetreuung. Diese Fähigkeiten werden ihm nun helfen.

    Mehr: Die Deutsche Telekom im Bilanzcheck.

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