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OpenAIChatGPT-Anbieter präsentiert neue Funktionen und Rabatte

OpenAI-Chef Sam Altman rief Programmierer dazu auf, ein Ökosystem rund um ChatGPT aufzubauen. In einer Art App-Store sollen Entwickler ihre KI-Assistenten verkaufen können.Felix Holtermann 07.11.2023 - 12:50 Uhr Artikel anhören

Auf der Bühne in San Francisco begrüßte OpenAI-Chef Sam Altman (l.) Microsoft-Chef Satya Nadella.

Foto: dpa

New York. Auf seiner ersten Entwicklerkonferenz hat der ChatGPT-Anbieter OpenAI eine Reihe neuer Funktionen vorgestellt. Außerdem gab das Unternehmen am Montag Preissenkungen für die neuesten Varianten seiner KI-Anwendungen bekannt.

Damit will der Microsoft-Partner andere Unternehmen dazu bringen, ein Ökosystem rund um den Textroboter ChatGPT und andere hauseigene Lösungen auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) aufzubauen, statt auf Konkurrenzprodukte vom Tech-Konzern Google, vom Start-up Anthropic oder von anderen Anbietern zurückzugreifen.

Entwickler erhalten künftig die Möglichkeit, für bestimmte Aufgaben maßgeschneiderte Software-Bots, sogenannte GPTs, zu programmieren. Diese könnten zum Beispiel weitgehend eigenständig Flüge buchen, beim Einrichten von Druckern helfen oder beim kreativen Schreiben beraten.

„Irgendwann werden Sie dem Computer einfach sagen, was Sie wollen, und er wird all diese Aufgaben für Sie erledigen“, sagte Firmengründer Sam Altman in seiner Eröffnungsrede.

Neu ist auch eine Art App-Store, den OpenAI rund um seine KI-Anwendungen aufbauen will. Auf einem Marktplatz, dem „GPT Store“, sollen Entwickler ihre auf ChatGPT-Basis gebauten Anwendungen veröffentlichen können – und Geld über das Vertreiben von Zugängen verdienen.

OpenAI hat sich hier den Tech-Riesen Apple zum Vorbild genommen, für den die Einnahmen aus dem App-Store neben dem Verkauf von Smartphones immer wichtiger werden. GPTs sollen nach dem Willen von Altman je nach Komplexitätsgrad auch ohne Programmierkenntnisse erstellt werden können.

Microsoft-Chef Nadella hofft auf neue Cloud-Kunden

Überraschungsgast auf der Bühne war am Montag Microsoft-Chef Satya Nadella. „Unsere erste Aufgabe ist es, das beste KI-System zu bauen, damit Sie die besten Modelle bauen und diese dann den Entwicklern zur Verfügung stellen können“, sagte Nadella an Altman gewandt.

Microsoft hatte rund 13 Milliarden Dollar in OpenAI investiert und möchte nun mehr Entwickler dazu bewegen, die konzerneigene Cloud-Plattform von Microsoft Azure zur Datenverarbeitung und -speicherung zu nutzen. So soll Azure gegenüber Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud weiter an Boden gutmachen. Die Cloud-Sparte ist zuletzt zum wichtigen Wachstumsmotor des Konzerns geworden.

>> Lesen Sie auch: Google und Microsoft wachsen wieder zweistellig – doch nur Microsoft begeistert die Anleger

Ein wichtiger Faktor dabei war der von OpenAI ausgelöste KI-Hype. Wie das „Wall Street Journal“ im September berichtet hatte, befindet sich das Start-up im Gespräch mit Investoren über einen weiteren Aktienverkauf, der OpenAI mit 80 bis 90 Milliarden Dollar bewerten würde. Microsoft verfügt über eine Exklusivlizenz für das Sprachmodell GPT-4 von OpenAI und baut dieses in immer mehr Produkte ein.

Entwickler können die neuen Programmiertools von OpenAI entweder direkt oder über Microsoft kaufen. In beiden Fällen ist Azure der Host. „Ich glaube, wir haben die beste Partnerschaft in der Technologiebranche“, sagte Altman auf der Bühne zu Nadella.

ChatGPT: Neue Version des Textroboters vorgestellt

Daneben stellte OpenAI am Montag die neueste Version seines großen Sprachmodells vor, das etwa den Textroboter ChatGPT antreibt: GPT-4 Turbo. Das weiterentwickelte Modell kann unter anderem Bilder analysieren und diese beschreiben.

GPT-4 Turbo soll mit Internetdaten bis zum April 2023 gefüttert werden und so auch auf aktuellere Fragen korrekte Antworten geben können, erklärte OpenAI. Die Preise für die Nutzung seiner Software kürzte das Unternehmen um mehr als die Hälfte – eine Kampfansage auch an die Konkurrenz.

Erst am Samstag hatte Tech-Milliardär Elon Musk den Start eines eigenen Chatbots angekündigt: Sein KI-Start-up xAI soll mit der Software namens „Grok“ dabei helfen, das „Universum zu verstehen“. Das neue Modell sei „in mancher Hinsicht das beste, das derzeit existiert“, und werde mit Daten des Kurznachrichtendiensts X (vormals Twitter) aus dem Musk-Firmenreich gefüttert. „Grok“ ist zunächst aber nur für einige Nutzer in den USA verfügbar.

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Altman ging am Montag nicht weiter auf Musks Ankündigung ein. Dafür gab er neue Zahlen zur Nutzung seiner Produkte bekannt. Demnach bauen mehr als zwei Millionen Entwickler inzwischen Software auf Basis von ChatGPT und Co. Über 92 Prozent der 500 größten US-Konzerne nutzten OpenAI-Anwendungen bereits, im August lag die Zahl demnach noch bei 80 Prozent. Und 100 Millionen Nutzer seien in der Woche auf ChatGPT aktiv.

ChatGPT soll eine neue Benutzeroberfläche erhalten, die auch Bildbearbeitung und andere Funktionen ermöglicht. Offen blieb Altman bei der Frage, wann die nächste Generation seines Sprachmodells, GPT-5, erscheinen soll. „Wir wollen es machen, aber wir haben keinen Zeitplan“, erklärte er.

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Für die Veranstaltung mit 900 Teilnehmern hatte OpenAI in ein trostloses Viertel San Franciscos in der Nähe des Rathauses geladen. Die boomende KI-Branche ist ein Lichtblick für die Stadt, die sich nur langsam von den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie erholt. Mit der Veröffentlichung von ChatGPT hatte OpenAI vor etwa einem Jahr den aktuellen Hype um sogenannte generative KI ausgelöst. Diese kann auf Grundlage weniger Stichworte zum Beispiel komplette Texte oder Bilder erstellen.
Mit Material von Reuters

Erstpublikation: 06.11.2023, 22:20 Uhr (zuletzt aktualisiert: 07.11.2023, 02:34 Uhr).

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