Satelliten-Internet: „Das wird in einem Desaster enden“ – Satellitenkonzerne rebellieren gegen Musks SpaceX
Satellit von Starlink.
Foto: SpaceXDüsseldorf. Elon Musk ist am Dienstagabend der Stargast auf der Mobilfunkmesse in Barcelona. Per Video wird der Gründer des Raumfahrtunternehmens SpaceX über Starlink sprechen: ein von SpaceX betriebenes Netzwerk, das überall auf der Welt per Satellit schnelles Internet anbieten will. Seit wenigen Monaten gibt es das Angebot auch in Deutschland.
Das Vorhaben Starlinks stößt allerdings auf Widerstand. Satellitenbetreiber und Weltraumkonzerne wie Viasat, SES, One Web oder Boeing warnen vor unkalkulierbaren Risiken. „Das wird früher oder später in einem Desaster enden“, sagt Mark Dankberg, Executive Chairman von Viasat aus Kalifornien, im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Die Hauptkritik richtet sich gegen mögliche Umweltschäden. SpaceX will insgesamt 42.000 Satelliten auf „Low Earth Orbit“ (Leo), einer vergleichsweise niedrigen Umlaufbahn von ungefähr 500 Kilometern, platzieren. Die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen würde dadurch dramatisch zunehmen, der Zugang zum Weltraum sei gefährdet, heißt es.
Leo-Satelliten halten sich nur fünf bis sieben Jahre im Orbit, um danach in der Atmosphäre zu verglühen. Wissenschaftler warnen vor Klimaveränderungen oder einer Beschädigung der Ozonschicht, hervorgerufen durch das Verglühen großer Mengen Aluminium. „Man darf nicht mit der Umwelt experimentieren“, sagt Steve Collar, Chef von SES mit Sitz in Luxemburg, dem Handelsblatt.