Softwarehersteller: SAP startet System für Klimabilanzierung
Düsseldorf. Die doppelte Buchführung, vor mehr als 500 Jahren vom Italiener Luca Pacioli geprägt, bekommt quasi ein Update: SAP will das Prinzip nutzen, um eine der größten Bedrohungen der Menschheit zu bekämpfen, und zwar weltweit – den Klimawandel. Der deutsche Softwarehersteller hat am Montag angekündigt, das System „Green Ledger“ nach einer Pilotphase auf den Markt zu bringen.
Unternehmenskunden sollen damit ihre Emissionen bilanzieren und diese mit ihren Finanzen verknüpfen. Im Idealfall lässt sich der CO2-Ausstoß für einzelne Produkte, Dienstleistungen und Organisationseinheiten berechnen.
„Um die globale Erwärmung einzudämmen, sind enorme Investitionen zur CO2-Reduzierung erforderlich“, sagte SAP-Finanzchef Dominik Asam. Damit das Geld in die richtigen Projekte fließe, seien neben verlässlicher Regulierung auch genaue Daten über die Emissionen entlang der Lieferkette notwendig. Diese will der Softwarehersteller liefern.
Asam, der bei SAP für strikte Kostenkontrolle steht, betont die finanzielle Bedeutung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. So müssen zahlreiche Unternehmen für den Ausstoß von CO2 Ausgleichszertifikate kaufen. Deren Preise dürften in Zukunft deutlich steigen und so die Bilanzen belasten. Der Manager sagt daher: „Es steht viel Geld auf dem Spiel.“