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StandortdatenWie Google den Behörden im Kampf gegen Covid-19 helfen will

Für 131 Länder hat Google Mobilitätsdaten in der Coronakrise erhoben. Sie sollen beim Pandemiemanagement helfen. Doch noch ist der Nutzen zweifelhaft.Larissa Holzki 03.04.2020 - 09:05 Uhr aktualisiert

Der US-Internetriese will Menschen in der Coronakrise mit Standortdaten helfen.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der Techkonzern Google teilt im Kampf gegen das Coronavirus Erkenntnisse aus anonymisierten Daten seiner Nutzer mit der ganzen Welt. Sie sollen Behörden dabei helfen, kritische Entscheidungen im Zusammenhang mit Covid-19 zu treffen, teilt der Konzern mit.

„Wir haben von Vertretern des öffentlichen Gesundheitswesens gehört, dass diese Art von aggregierten, anonymisierten Daten hilfreich sein kann“, schreiben die Google-Managerinnen Jen Fitzpatrick und Karen DeSalvo in einem am Freitag veröffentlichten Blog-Beitrag.

In 131 Ländern weltweit können Menschen nun einsehen, wie sich die Verbreitung des Coronavirus und verhängte Ausgangsbeschränkungen auf die Aufenthaltsorte der Bürger auswirken. Konkret gibt Google Einblick in sechs Kategorien: Arbeitsplatz, Bahnhöfe, Lebensmittelgeschäfte und Apotheken, Handel und Orte der Freizeitgestaltung, Parks und Wohnraum. Die Trends für Deutschland sind auf Ebene der Bundesländer einsehbar.

Demnach hielten sich die Deutschen Ende März verglichen mit Daten für Januar und Februar um 39 Prozent weniger am Arbeitsplatz auf, um 77 Prozent weniger in Shoppingcentern und Restaurants, um 68 Prozent weniger an Bahnhöfen und Haltestellen und um 49 Prozent weniger auf Plätzen und in Parks.

Auch der Lebensmitteleinzelhandel ist laut dem Bericht stark betroffen: Die Aufenthaltszeit dort ging um 51 Prozent zurück. Die Trends für Deutschland sind auf Ebene der Bundesländer einsehbar und zeigen, dass das öffentliche Leben im Stadtstaat Berlin deutschlandweit am stärksten heruntergefahren wurde, bei den Flächenstaaten ist das Bild nicht so deutlich, Bayern zeigt jedoch in den meisten Kategorien die größten Veränderungen.

In den USA stellt Google auch Daten auf Landkreisebene zur Verfügung. Das Unternehmen weist daraufhin, dass die Kategorien in jedem Land etwas anders definiert werden können und rät deshalb von Vergleichen ab. Interessant sind diese länderübergreifenden Einblicke aber trotzdem, weil sie tendenziell zeigen können, wie sich die nationalstaatlichen Corona-Regeln auswirken.

So zeigen die US-Daten, dass die Frequentierung von Supermärkten und Shoppingzentren bisher deutlich weniger zurückgegangen ist als in Deutschland (minus 22 Prozent und minus 47 Prozent), obwohl die Amerikaner sich fast ebenso stark vom Arbeitsplatz auf den Wohnraum zurückgezogen haben. Die Bewegungstrends sollen alle 48 bis 72 Stunden aktualisiert werden.

Verbesserungen im Stadtmanagement

Bereits seit Tagen wird diskutiert, welche Rolle die großen Internetunternehmen in der Viruskrise spielen können. Die weit verbreitete Hoffnung: Mit der Macht von Big Data wird sich Covid-19 eindämmen lassen – ob durch spezielle Tracing-Apps oder Prognosemodelle. Die Washington Post hatte unter anderem von Gesprächen zwischen US-Behörden und 60 Tech-Unternehmen berichtet.

Sogar in Europa wurden Stimmen lauter, dass der Datenschutz dem Gesundheitsschutz nicht im Wege stehen dürfe. Vor diesem Hintergrund sind Googles Datenberichte allerdings ernüchternd. Denn Google hat sehr viel mehr relevante Informationen über das Verhalten seiner Nutzer als es preisgibt.

Die Google-Managerinnen hoffen laut ihrem Schreiben, dass die Mobilitätsberichte zusammen mit anderen Ressourcen der Gesundheitsbehörden helfen werden, die Covid-19-Pandemie zu managen. Laut Google könnte mit den Daten die Nahverkehrsplanung verbessert werden. „Die Informationen könnten beispielsweise helfen, Veränderungen bei essentiellen Ausgängen zu verstehen, um Empfehlungen für Öffnungszeiten auszusprechen und Lieferdienste in Kenntnis zu setzen“, heißt es in dem Blogbeitrag.

Die anhaltende Frequentierung von Verkehrsknotenpunkten könne zeigen, dass zusätzliche Busse oder Züge benötigt werden, damit Menschen bei notwendigen Reisen Abstand halten könnten. So gut diese Ideen sind, so wenig hilfreich sind dafür die auf Bundeslandebene aggregierten Daten.

Google verweist auf die Schwierigkeit, bei detaillierteren Einblicken die Anonymität der Nutzer zu gewährleisten. Für die Berichte werden zwar nur die Daten von Nutzern verwendet, die aktiv die Speicherung von Standortdaten auf ihren Geräten aktiviert haben.

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