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Studien Die Coronakrise trifft die deutsche Internet-Wirtschaft nur kurzzeitig

Die Branche muss laut Studien nur mit einem kurzen Umsatzrückgang rechnen. Sie ist auch dank Privatinvestoren stark.
30.04.2020 - 08:49 Uhr Kommentieren
Die Branche muss sich 2020 auf einen Umsatzrückgang von 1,2 Prozent einstellen – und wird damit weniger leiden als andere Bereiche der Wirtschaft. Quelle: dpa
Start-Up-Zentrum Spinlab des Netzwerkes Smart Infrastructure Hub Leipzig

Die Branche muss sich 2020 auf einen Umsatzrückgang von 1,2 Prozent einstellen – und wird damit weniger leiden als andere Bereiche der Wirtschaft.

(Foto: dpa)

Berlin, Hamburg Die deutsche Internet-Wirtschaft geht recht robust durch die Coronakrise. Das zeigt eine Studie, die der Digitalbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Jarzombek (CDU), am Donnerstag vorstellen will. Demnach muss sich die Branche 2020 auf einen Umsatzrückgang von 1,2 Prozent einstellen – und wird damit weniger leiden als andere Bereiche der Wirtschaft.

Über die kommenden fünf Jahre hinweg werde der Bereich jährlich um durchschnittlich gut neun Prozent wachsen. Laut einer weiteren Studie, die dem Handelsblatt ebenfalls vorab vorliegt, liegt das auch am starken Engagement von Privatinvestoren, sogenannten Business Angels, bei Start-ups.

Jarzombek sieht durch die Studien zusätzliche Argumente für den vom Bund geplanten zwei Milliarden Euro schweren Schutzschirm für Start-ups. Dieser sichere auch die acht Milliarden Euro Fördermittel ab, mit denen Deutschland in den vergangenen Jahren über diverse Förderinstrumente die Start-up-Szene unterstützt habe, sagte Jarzombek dem Handelsblatt.

„Jetzt sind viele dieser Start-ups herausgefordert und wir arbeiten daran, mit einem Start-up-Hilfsprogramm in Höhe von zwei Milliarden Euro genau diese Investitionen abzusichern und zusätzlich neue Finanzierungsrunden zu stärken“, sagte Jarzomek. Der Bund will in der Krise unter anderem Investitionen von Wagniskapitalgebern aufstocken. Dazu kommen Programme auf Länderebene.

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    Dabei trifft die Krise die Internetwirtschaft offenbar nicht nachhaltig: Schon Anfang 2021 soll die Branche laut der Untersuchung den Vorkrisen-Umsatz erreichen, 2022 soll der Effekt der Krise im Wachstum gar nicht mehr spürbar sein. Die Untersuchung der Unternehmensberatung Arthur D. Little im Auftrag des Verbands Eco zeigt auch, welche Bereiche von der Krise sogar profitieren könnten – etwa Anbieter von Software in der Cloud und Internet-Infrastruktur.

    Start-ups sollen unter den staatlichen Rettungsschirm. Quelle: dpa
    Digitalbeauftragter Thomas Jarzombek (CDU)

    Start-ups sollen unter den staatlichen Rettungsschirm.

    (Foto: dpa)

    Verlierer sind demnach vor allem Touristik-Anbieter. B2B-Marktplätze und Online-Werbung leiden nur vorübergehend. Der Internetverband Eco warnt jedoch, die Krise könne vor allem den großen Internet-Konzernen nutzen, die meist in den USA sitzen. Dem müsse der deutsche Mittelstand selbstbewusst entgegentreten.

    Fast so wichtig wie der Automobil-Sektor

    Grund für ein stärkeres Auftreten auch gegenüber der Politik könnte die steigende Bedeutung der Branche sein: Die Studie erwartet, dass die Branche bis 2025 rund sieben Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. Derzeit sind es 4,2 Prozent – nur etwa 0,5 Prozent weniger als die Automobilbranche.

    „Bis Corona zugeschlagen hat, konnten wir ein kontinuierliches Wachstum im Wagniskapitalbereich verzeichnen“, betonte Jarzombek. Das Fundament dafür legen häufig private Investoren, die als Business Angels Gründer unterstützen.

    Die Anzahl der jungen Unternehmen, die durch Privatinvestoren finanziert werden, ist seit 2012 deutlich gestiegen: „Von den jungen Unternehmen der Gründungsjahrgänge 2009 bis 2012 der Hightech‐Branchen haben gut sieben Prozent (3340 Unternehmen) eine Finanzierung durch Privatinvestoren erhalten, für die Gründungsjahrgänge 2015 bis 2018 hat sich dieser Anteil mit 13 Prozent (5120 Unternehmen) beinahe verdoppelt“, heißt es in einer Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung für das Bundeswirtschaftsministerium.

    Oft stammen die Business Angels aus dem privaten Umfeld der Gründer. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich die Start-up-Szene vor der Coronakrise immer besser entwickelt hat. Die Studie zeigt auch, dass die einzelnen Unternehmen mehr Kapital erhalten. Im Durchschnitt investierten Privatinvestoren in den Jahren 2015 bis 2018 rund 290.000 Euro in ein junges Unternehmen. Bei den Unternehmen der Gründungsjahrgänge 2009 bis 2012 lag die durchschnittliche Investitionssumme mit 83.000 Euro noch deutlich niedriger.

    Die gesamte private Investmentsumme kratzt inzwischen an der Marke von drei Milliarden Euro: „Die Gesamtsumme des durch Privatinvestoren jährlich zur Verfügung gestellten Kapitals lag im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2018 bei 2779 Millionen Euro“, heißt es in der Studie weiter. „Das bedeutet einen erheblichen Anstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 bis 2012, damals waren es 803 Millionen Euro pro Jahr.“

    Für die Start-up-Szene ist das in der Krise ein Vorteil: Viele junge Unternehmen und Wagniskapitalfonds sind mit gefüllten Kassen in die schwierige Zeit gegangen. Jarzombek ist daher optimistisch, dass die Branche mit staatlicher Hilfe wieder auf die Beine kommt: „Diese Delle, aber auch das Potenzial des Aufholens wird auch in der Studie des Eco dargestellt und stützt unsere Strategie.“

    Mehr: Für Risikokapital darf es keine staatliche Vollkasko geben. Ein Kommentar.

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