Deepseek: Wie ein Start-up die US-Tech-Konzerne und Trump schocken konnte
- Der plötzliche Erfolg von Deepseek zieht weltweit Aufmerksamkeit auf sich – und entfacht eine Debatte über die Folgen des Hypes.
- Die deutlich günstigere und effizientere KI-Entwicklung des chinesischen Start-ups fordert etablierte Tech-Konzerne heraus und stellt deren milliardenschwere Investitionen infrage.
- Der Wettstreit beschränkt sich dabei nicht nur auf die Unternehmen selbst. Er wird auch zum globalen Technologiewettlauf der Nationen – und zum Duell zwischen den USA und China.
San Francisco, Peking, Düsseldorf. Der wertvollste Chipkonzern der Welt, Nvidia, verliert an einem Tag 600 Milliarden Dollar an Börsenwert, so viel wie noch kein Unternehmen zuvor. Der US-Tech-Gigant Meta beruft Krisensitzungen ein. Und der neue US-Präsident Donald Trump alarmiert die amerikanische Industrie: „Wir müssen uns mit absolutem Fokus auf den Wettbewerb konzentrieren, um zu gewinnen.“
Noch nie hat ein bis dato so unbekanntes Start-up in so kurzer Zeit Finanzwelt, Wirtschaft und Politik erschüttert. Der neue Star und Schreck der KI-Welt: Deepseek aus Hangzhou in China. Das Start-up stellte vor wenigen Tagen ein Sprachmodell vor, das sogar besser sein soll als die Technologie hinter Branchenführer ChatGPT. Und anders als die US-Rivalen wollen die Chinesen ihr Modell mit kleinem Budget und ohne Hightech-Chips trainiert haben. Damit stellt Deepseek die Milliardeninvestitionen der US-Konzerne infrage.
Seit OpenAI mit seinem Chatbot vor gut zwei Jahren den Hype um Künstliche Intelligenz erzeugt hat, galt die Vorherrschaft der USA bei der neuen Technologie als sicher. Zudem haben die USA mit Exportbeschränkungen für Hochleistungschips alles versucht, um den Rivalen China aufzuhalten. Dass Deepseek aus dem Nichts kommend trotzdem zu den Branchenführern aus dem Silicon Valley aufschließen konnte, stellt vermeintliche Gewissheiten bei Investoren, Tech-Managern und Politkern infrage.