KI: Wettkampf um Billionenmarkt, China setzt voll auf Roboter
Peking. „Jia You“, „gib Gas“, ruft ein kleiner Junge in der vorderen Zuschauerreihe beim Testlauf der World Humanoid Robot Games. Vier menschenähnliche Roboter laufen los, Nummer drei hängt die anderen schnell ab.
Es ist die Eröffnungsfeier der Roboter-Wettspiele im Pekinger Olympia-Eisschnelllaufstadion. Ab Freitag wollen Roboterhersteller und Entwicklerteams in einer Leistungsschau zeigen, wie sich ihre Produkte in sportlichen Wettkämpfen behaupten. Es spielt eine Band aus fünf humanoiden Robo-Rockern. Der Gitarrist hat als Kopf eine Überwachungskamera.
Im Publikum sind auffallend viele Kinder, die die Menschmaschinen mit bunten Leuchtstäben anfeuern. Doch der Wettbewerb ist weit mehr als ein Spiel. Die Bilder von boxenden, kickenden, rennenden und Salto schlagenden Robotern sollen um die Welt gehen – und Chinas technologischen Fortschritt unter Beweis stellen. So darf bei der Eröffnungsfeier die chinesische Nationalhymne nicht fehlen. Die Zuschauer stehen auf und singen mit.
Der Markt für humanoide Roboter könnte bis 2050 ein Volumen von fünf Billionen US-Dollar erreichen, schätzt die US-Investmentbank Morgan Stanley. Eine Milliarde der menschenähnlichen Maschinen könnten dann im Einsatz sein, davon allein 300 Millionen in China. Denn längst fördert Peking diese Zukunftsindustrie massiv und will zum weltweit führenden Anbieter aufsteigen.